Asthma-Patienten können richtige Anwendung der Therapien in Apotheken üben

Asthma-Spray
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Magdeburg. ApK. Chronische Atemwegserkrankungen, zum Beispiel Asthma, werden bei Kindern und Erwachsenen häufig mit Arzneimitteln zum Einatmen, so genannten Inhalativa, behandelt. Die meisten Arzneimittel werden als Aerosole angewendet, die über eine Inhalation ihre Wirkung im Körper entfalten. Besonders wichtig ist dabei die richtige Inhalationstechnik, damit die Wirkstoffe tatsächlich dort ankommen, wo sie wirken sollen. „Richtig inhalieren ist schwieriger als viele denken. Vier von fünf Menschen mit Asthma wenden ihre Arzneimittel zur Inhalation nicht richtig an. Wir in den Apotheken können mit Ihnen oder Ihrem erkranktem Kind den sicheren Umgang mit dem Spray trainieren. Mit einem in der Apotheke vorrätigen Placebo- oder „Dummy-Gerät“ kann selbst geübt werden, damit die Anwendung perfekt klappt“, erklärt Dr. Jens-Andreas Münch, Präsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt.

Und er ergänzt: „Die Inhalatoren unterscheiden sich häufig im Detail. Auf dem Markt sind rund 30 verschiedene Geräte, so genannte Devices oder Inhalatoren. Ihre korrekte Anwendung unterscheidet sich zum Teil deutlich. Bei einem Wechsel, aber auch bei Anwendung über einen längeren Zeitraum können sich schnell Fehler einschleichen. Darum ist die ausführliche Beratung in der Apotheke über die richtige Anwendung der Inhalativa sehr wichtig und verbessert die Therapie nachhaltig.“

Der Gesetzgeber weiß um die besondere Bedeutung der richtigen Handhabung von Medikamenten zum Inhalieren. Seit Sommer vergangenen Jahres können Patienten in den Apotheken eine sogenannte pharmazeutische Dienstleistung in Anspruch nehmen. Diese beinhaltet eine ausführlichere individuelle Schulung am Asthmaspray, wenn das Medikament erstmalig verordnet worden ist oder ein Medikamentenwechsel stattgefunden hat. Asthmasprays oder Pulverinhalatoren erweitern die Bronchien, beruhigen den Atem und sind entzündungshemmend. Eine gut kontrollierte Therapie steigert die Lebensqualität der Betroffenen erheblich. Präsident Dr. Münch rät: „Patienten fragen am besten in den Apotheken in Ihrer Nähe nach, ob sie diese pharmazeutische Dienstleistung anbieten.“