Kinder an die Macht – Landesverwaltungsamt unterstützt Kinderstadt 2022

Kinderstadt

Halle. LVwA. Wenn am kommenden Freitag auf der halleschen Peißnitz die Tore der Kinderstadt geöffnet werden und die jüngeren Hallenserinnen und Hallenser das Ruder übernehmen, dann wird es laut und wuselig auf dem Areal zwischen Peißnitzhaus und dem Bahnhof des Peißnitzexpress.

Fünf Wochen üben sich die Kinder und Jugendlichen im Zusammenleben, können sich in verschiedenen Berufen ausprobieren und spielerisch Demokratie erleben.

Jährlich nehmen an diesem pädagogischen Projekt im Naherholungsgebiet auf der Peißnitz in Halle ca. 10.000 bis 12.000 Kinder und Jugendliche teil und erhalten so direkt erfahrbaren Zugang zum komplexen System „Stadt“, in dem sie sich an ca. 40 verschiedenen Stationen in unterschiedlichen Berufszweigen wie Behörden, Handwerk, Handel, Gastronomie, Freizeit und Kultur ausprobieren können.

„Kinder an die Macht – was Herbert Grönemeyer abstrakt in seinem Song als Utopie formulierte, findet in Halle seine praktische Umsetzung. Aus meiner Sicht ein tolles Projekt, um Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, in die Welt der Erwachsenen einzutauchen, mit allen damit verbundenen Pflichten und Verantwortlichkeiten. Wir unterstützen das Projekt seit Anbeginn und werden auch in diesem Jahr 10.000 Euro beisteuern.“, so der Präsident des Landesverwaltungsamtes Thomas Pleye.

Alle Kinder übernehmen die notwendigen Funktionen und Tätigkeiten in eigener Regie und beginnen bereits in vorbereitenden Workshops, Aktionen und Kinderratssitzungen mit der Ideensammlung für die Gestaltung und das Regelwerk dieses gesellschaftlichen Stadtspiels. In dem selbst gestalteten Spielraum mit Kommunal- und Oberbürgermeisterwahlen, Geld- und Warenstrom (die Währung in der Kinderstadt heißt Hallörchen), oft ist auch ein Zoo dabei sowie städtischer Infrastruktur (Straßen-, Fuß- und Radwege, öffentlicher Nahverkehr, Wasser- und Stromversorgung, Müllentsorgung etc.) erleben die Kinder gesellschaftliche Prozesse wie das Zusammenleben in der Nachbarschaft und Stadtgemeinschaft mit allen Freuden und Problemen, die diese hervorbringen können.

Somit wird den Kindern ein vielschichtiger und praktischer Erfahrungsraum ermöglicht, in dem Kompetenzen in den Bereichen Kommunikationsstärke, Problemlösestrategien und die Prinzipien demokratischen Handelns gefördert werden. Durch den veränderbaren experimentellen Freiraum innerhalb der Kinderstadt können die Kinder und Jugendlichen Visionen für ihr soziales Umfeld, das bestehende bebaute Umfeld und den Umgang mit ihrer Stadt entwickeln.

„Doch ohne die zahlreichen erwachsenen Helfer geht es dann doch nicht. Sie gewährleisten während der Durchführungsphase sowie der Vor- und Nachbereitung inklusive Auf- und Abbau mit teilweise unvorhergesehenen Änderungen, auf die schnell reagiert werden muss, die Durchführung der 5wöchigen Kinderstadt. Diesem Engagement gilt mein herzlicher Dank.“

Pädagogisch und wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch eigens geschulte pädagogische Mitarbeiter sowie durch Kooperation mit der MLU Halle-Wittenberg (Fachbereiche Erziehungswissenschaften und Pädagogik) sowie die Hochschule Merseburg (Fachbereich Soziale Arbeit, Medien und Kultur).

„Wir wünschen allen Beteiligten für das Gelingen der diesjährigen Kinderstadt viel Erfolg, aber vor allem viel Spaß., so Pleye abschließend.