Schutzkonzepte für Kitas: Hochschule Merseburg schließt Kooperationsvertrag mit Gemeinde Teutschenthal

Bunter Zaun Kinder

Merseburg. HoMe. In ganz Deutschland müssen sich Kitas und Träger mit der Thematik Kinderschutz auseinandersetzen und jede Einrichtung ist verpflichtet, ein spezifisches Schutzkonzept[1] zu erarbeiten, so auch die neun Kitas aus Teutschenthal. Um das Schutzkonzept für die Kitas in der Gemeinde Teutschenthal zu erarbeiten und umzusetzen, wurde am 1. März 2022 die Kooperation zwischen beiden Akteuren besiegelt. Das Projekt ForschungsKita der Hochschule wird dabei seine Erfahrungen und Expertise einbringen.

Ein solches Schutzkonzept ist sehr umfangreich, denn es geht um den Schutz der Kinder vor jeglichen Gefährdungen – kitaexternen, kitainternen und Gefährdungen im Bereich Sicherheit. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Prävention. Innerhalb des Konzeptes sollen den Mitarbeitenden eine Sensibilität für kritische Situationen vermittelt, aber auch verbindliche Handlungsanweisungen in Gefährdungssituationen festgelegt werden. Alle Maßnahmen dienen dem Ziel, dass eine Kita als ein Schutz- und Kompetenzort für Kinder auch beim Thema Gewalt fungiert.

Im Rahmen des Projektes ForschungsKita – ein Teilprojekt im Verbundvorhaben „TransInno_LSA“ der Förderinitiative Innovative Hochschule – stand die fachliche Auseinandersetzung mit verschiedenen Aspekten des „internen Kinderschutzes“ wiederholt im Fokus. So wurde das professionelle Handeln immer wieder beleuchtet und kinderschutzrelevante Aufgaben in der Kitapraxis der CampusKids umgesetzt. Dies waren z.B. Partizipation, Beschwerdemanagement, Reflexion des Umgangs mit Macht, die Reflexion alltäglichen pädagogischen Handelns, gewaltfreie Kommunikation, sexuelle Bildung oder das Thema Verhaltenskodex.

In einer ersten Auftaktveranstaltung im Januar verständigten sich Teutschenthaler Trägervertreter*innen, Leitungen und Kinderschutzfachkräfte zusammen mit Sandra Frisch, Leiterin des Projektes ForschungsKita, über ein gemeinsames Leitbild und Ziele des Kinderschutzes in Kitas, ebenso wie über Aufgaben und Zuständigkeiten.

Aber auch das kollegiale Miteinander im Team und der Umgang miteinander in der Kita sind bedeutsame Aspekte. Es ist wichtig, ein Schutzkonzept zu erstellen, das nicht nur auf dem Papier formuliert wird. Vielmehr muss die Haltung, die sich darin verdeutlicht auch von allen Mitarbeitenden verstanden, gewollt und getragen werden. Hierfür finden in den kommenden Monaten zahlreiche Workshops mit den einzelnen Kitateams statt. Es entstehen so neun individuelle Teutschenthaler Schutzkonzepte, welche einrichtungsspezifisch und trägerweit ein dichtgewebtes Schutznetz aufspannen, um Gefährdungen für Kinder vorzubeugen und bestehende Gefahren umgehend zu erkennen und verantwortungsbewusst intervenieren zu können.