Solar auf Halles Dächern

Foto: Stadtwerke Halle GmbH/Manfred Boide.

Halle. SWH/EVH. Seit langem gehören grüner Strom und grüne Wärme in Halle zur nachhaltigen Energieerzeugung. Die Sonne dient als eine unerschöpfliche Energiequelle mit enormem Potenzial. Jetzt treibt die EVH GmbH zügig das Programm „Solar auf halleschen Dächern“ voran. Dazu führte die Energietochter der Stadtwerke Halle bereits Gespräche mit zahlreichen Kunden wie der Stadtverwaltung, der Wohnungswirtschaft, den Franckeschen Stiftungen, einigen Partnern der Energie-Initiative sowie Gewerbetreibenden.

Bis Ende 2026 sollen voraussichtlich 40 Liegenschaften der Stadt Halle mit Photovoltaik ausgestattet werden. Im Jahr 2023 wird bereits die Grundlage für fünf Projekte gelegt: So sollen die Robert-Koch-Schwimmhalle, die Schule am Lebensbaum, die Lessingschule, die Grundschule am Heiderand sowie die Friedländer-Gesamtschule PV-Aufdachanlagen bekommen. Wenn das Wetter es zulässt, wird dieser Tage mit der Errichtung der Solaranlagen für die Dächer der Robert-Koch-Schwimmhalle und der Schule am Lebensbaum begonnen. Im Jahr 2024 ist nach jetzigem Stand neben den städtischen Liegenschaften geplant, die Arche Noah und die Stiftung Hospital St. Cyriaci et Antonii mit PV-Aufdachanlagen auszustatten.

Das erste Dach im Stadtgebiet wurde kürzlich für die Franckeschen Stiftungen auf dem Kindertageszentrum Voßstraße realisiert. Olaf Schneider, Geschäftsführer der EVH GmbH: „Dieses Projekt ist Teil unseres Solar-Masterplans, der neben der kommunalen Wärmetransformation ein wichtiger Baustein der Roadmap Klimaneutralität ist, die wir gemeinsam mit den Partnern der Energie-Initiative entwickeln und umsetzen.“

„Schulen, Kindergärten und ähnliche Gebäude verfügen über kostbare Dachflächen, die für die Stromerzeugung durch Photovoltaik (PV) genutzt werden können. Wir haben über 300 städtische Dächer gescreent und auf ihre Tauglichkeit für PV-Anlagen bewertet. Dabei sind viele Parameter, allen voran die Statik, zu beachten. Kürzlich haben wir das erste Dach im Rahmen des Programms ‚Solar auf halleschen Dächern‘ umgesetzt und errichteten eine PV-Anlage für die Franckeschen Stiftungen in der Voßstraße 12 (Montessori Kinderhaus, Kita Amos Comenius, Hort August Hermann Francke). Die Anlage wird von der EVH betrieben und der Strom wird direkt von den Stiftungen abgenommen“, so Ole Baumann, Projektentwickler für Energiedienstleistungen der EVH GmbH.

Hintergrund
Für den zügigen Ausbau von Photovoltaik haben die Stadtwerke Halle und die EVH im Rahmen ihrer Gesamtstrategie zur Energiewende 2021 einen Solar-Masterplan aufgelegt. Er setzt auf Potenzialbewertung, Beratung, Lösungen, die Verbindung von Ökonomie und Ökologie sowie die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern. Nie war es wichtiger, zügig alternative Energiequellen zu erschließen und ins Versorgungsnetz zu integrieren.

Um die Energieerzeugung der Saalestadt klimaneutral zu gestalten, ist schon viel passiert: Neue PV-Anlagen in und außerhalb Halles wurden gebaut, diverse Projekte auf ihre Machbarkeit geprüft. In den kommenden Jahren sollen Tempo und Umfang der Aktivitäten wachsen. So investiert die EVH weiter in große PV-Freiflächenanlagen. Sie sind rentabel und von großen ökologischen Nutzen. Da im Stadtgebiet Flächen knapp sind, kooperiert die EVH GmbH verstärkt mit Umlandgemeinden. Mit der Großanlage Phönix, die im halleschen Norden sowohl auf Stadtgebiet als auch auf Gebiet Sennewitz der Gemeinde Petersberg betrieben wird, ist dies erfolgreich gelungen. Auch außerhalb Sachsen-Anhalts funktioniert es. So verfügen beispielsweise allein die beiden brandenburgischen Anlagen Sergen West I und II insgesamt über eine installierte Leistung von 46,5 Megawattpeak. Allein damit können rein rechnerisch mehr als 20.000 Haushalte mit Strom versorgt werden.