Magdeburg/MJ. Im Schuljahr 2025/2026 haben im Justizvollzug des Landes Sachsen-Anhalt insgesamt 34 Gefangene einen Schul- oder Berufsabschluss geschafft – 13 mehr als im Vorjahr. 26 Gefangene haben nun einen schulischen Abschluss (2024/2025: 21) vorzuweisen und acht weitere eine berufliche Erstausbildung erfolgreich abgeschlossen.
Schulische Abschlüsse in den Justizvollzugsanstalten
In der Jugendanstalt (JA) Raßnitz im Saalekreis, in der Haupt- und Realschulkurse sowie das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) durchgeführt werden, erlangten sechs Gefangene einen Hauptschulabschluss und sechs Gefangene einen Realschulabschluss, davon drei mit erweitertem Realschulabschluss (2024/2025: sieben Hauptschul- und fünf Realschulabschlüsse). In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Burg im Jerichower Land erhielten sechs Gefangene das Hauptschulabschlusszeugnis und acht Gefangene das Zeugnis über einen Realschulabschluss, darunter ein erweiterter Realschulabschluss (2024/2025: fünf Hauptschul- und vier Realschulabschlüsse). Besonders hervorzuheben sind zwei herausragende Leistungen: Sowohl in der JA Raßnitz als auch in der JVA Burg wurde beim erweiterten Realschulabschluss jeweils die Bestnote 1,0 erzielt.
Erfolgreiche Berufsausbildung und Perspektiven
Zudem haben in der JA Raßnitz acht Gefangene eine berufliche Erstausbildung erfolgreich abgeschlossen: Vier in der Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik (Fachrichtung Konstruktionstechnik) und vier in der Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter (Fachrichtung Trockenbau).
Sachsen-Anhalts Ministerin für Justiz und Verbraucherschutz, Franziska Weidinger: “Die schulischen und beruflichen Abschlüsse sind das Resultat gemeinsamer Anstrengung und Ausdruck des Potenzials, das auch hinter Gittern entfaltet werden kann. Bildung schafft Perspektiven – jeder Abschluss ist eine Chance auf ein Leben ohne weitere Straftaten. Die 34 Abschlüsse in diesem Jahr zeigen: Das lohnt sich. Mein Dank gilt allen, die das möglich machen – den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landesbetriebs für Beschäftigung und Bildung der Gefangenen, den externen Bildungsträgern sowie den mitwirkenden Schulen und nicht zuletzt den Gefangenen selbst, die nie ihr Ziel aus den Augen verloren und beharrlich daran gearbeitet haben. Allen, die jetzt neu ins Schul- beziehungsweise Ausbildungsjahr starten, wünsche ich ebenso viel Erfolg auf ihrem Weg.”
Hintergrund
Im Justizvollzug des Landes Sachsen-Anhalt ist der Landesbetrieb für Beschäftigung und Bildung der Gefangenen (LBBG) für die Aus- und Fortbildung der Gefangenen zuständig. Der LBBG beschäftigt aktuell 96 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter Lehrerinnen und Lehrer sowie Berufsausbilderinnen und Berufsausbilder (Vorjahr: 101). Zudem sind externe Bildungsträger in die Bildungsmaßnahmen eingebunden. Die schulische und berufspraktische Ausbildung von Gefangenen wird in den Justizvollzugseinrichtungen durchgeführt, ebenso wie die Zwischen- und Abschlussprüfungen.