Shamonda-Virus: Eine neue Viruserkrankung bei Rindern

Kühe Weide
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Halle/LAV. Anfang August 2026 wurde sowohl in Frankreich, der Schweiz und schließlich auch in Deutschland ein neues Virus nachgewiesen, das Erkrankungen bei Rindern verursacht. Es handelt sich um eine neue, europäische Variante des Shamonda-Virus (SHAV), das bisher in anderen Varianten nur in Afrika und Asien zu finden war. Es gehört zu den Orthobunya-Viren und ist mit dem Schmallenbergvirus verwandt.

Krankheitsbild und mögliche Folgen

Gefunden wurde der Erreger in Proben von Kühen, die bestandsweise gehäuft Fieber, Durchfall, reduzierte Futteraufnahme und Milchleistungsabfall zeigten. In der Diagnostik wurden keine anderen, bekannten Erreger gefunden. Schafe und Ziegen scheinen nicht betroffen zu sein.

In Deutschland gibt es bisher Nachweise in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. In Sachsen-Anhalt wurde der Erreger bislang nicht nachgewiesen.

Bisher scheint das Virus bei erwachsenen Tieren nur milde klinische Symptome zu verursachen, auch von einer erhöhten Sterblichkeit bei Rindern wurde nicht berichtet. Die Verwandtschaft zum Schmallenbergvirus legt jedoch nahe, dass der größte Schaden entstehen kann, wenn tragende Kühe infiziert werden. In dem Fall können Aborte, Missbildungen und Totgeburten auftreten.

Da die Ansteckung vermutlich über Gnitzen (kleine Stechinsekten) erfolgt, ist mit einer weiteren Ausbreitung zu rechnen, denn die Gnitzensaison dauert noch mindestens bis Oktober.

Andere, verwandte Viren stellen nach bisherigem Wissensstand keine Gefahr für den Menschen dar, sodass auch für das neu aufgetretene SHAV keine zoonotischen Eigenschaften angenommen werden.

Hinweise für Rinderhalter und Diagnostik in Sachsen-Anhalt

Rinderhalter in Sachsen-Anhalt sollten daher besonders aufmerksam sein, wenn es zu unklaren fieberhaften Erkrankungen mit Durchfall kommt oder vermehrt Aborte bzw. Missbildungen bei Feten oder neugeborenen Tieren auftreten. Bitte schicken Sie Proben zur Abklärung an das Landesamt für Verbraucherschutz nach Stendal. Zurzeit steht ausschließlich der molekularbiologische Nachweis (PCR) zur Verfügung.

Da das Virus nur kurze Zeit im Blut nachweisbar ist, eignen sich Blutproben (EDTA oder Serum) vor allem von frisch erkrankten Rindern, die sich in der Fieberphase befinden. Abortmaterial oder missgebildete Feten schicken Sie bitte in möglichst frischem Zustand inkl. Eihäuten an unser Labor. Bitte informieren Sie in jedem Fall auch das zuständige Veterinäramt.

Die Diagnostik ist wichtig, um andere wichtige Viruserkrankungen (z. B. EHD, BTV) abklären zu können. Blutproben werden mit einem HIT-generierten Untersuchungsantrag eingeschickt. Den Untersuchungsantrag zur Sektion von Abortmaterial und Feten finden Sie unter diesem Link: https://verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de