Gedenken an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953

Volksaufstand

Magdeburg. MI/LSA. Der Volksaufstand in der DDR vom 17. Juni 1953 jährt sich zum 69. Mal. Sachsen-Anhalts Ministerin für Inneres und Sport, Dr. Tamara Zieschang, erinnert am heutigen Freitag an dieses bedeutende Ereignis der jüngeren Geschichte. Zum Jahrestag des Volksaufstands wird sie im Gedenken an den Mut der Menschen und die Opfer des Volksaufstands einen Kranz vor dem Innenministerium, dem heutigen „Platz des 17. Juni“, niederlegen.

Gedenkenveranstaltung in Halle (Saale)

Zu einer Gedenkveranstaltung für die Opfer politischer Verfolgung in den 1950er Jahren lädt die Stadt für Freitag, 17. Juni, 17.30 Uhr, an die Gedenktafel für den Volksaufstand am 17. Juni 1953 am Hallmarkt ein. Bürgermeister Egbert Geier und die Geschäftsführerin des Vereins Zeit-Geschichte(n), Anne Kupke-Neidhardt, sprechen Worte des Gedenkens.

Bereits zwischen 10 und 14 Uhr besteht in der Gedenkstätte Roter Ochse Halle (Saale), Am Kirchtor 20 b, die Möglichkeit der individuellen Würdigung der Ereignisse des Volksaufstands.

Hintergrund
Bei dem Volksaufstand protestierten Menschen in Hunderten Orten der DDR für ihre Freiheit. Sie zogen vor die Gefängnisse, forderten oder erzwangen die Freilassung politischer Gefangener, bestreikten Betriebe und besetzten zahlreiche öffentliche Gebäude. Das SED-Regime schlug die friedlichen Proteste mit Hilfe sowjetischer Truppen blutig nieder. Mindestens 55 Menschen kamen während und nach diesem Ereignis ums Leben. Etwa 15.000 Menschen wurden – oft willkürlich – festgenommen. Rund 1.800 Menschen wurden von DDR-Gerichten zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Auch sowjetische Militärtribunale verhängten Strafen von bis zu 25 Jahren Gefängnis und sogar Todesstrafen.

Auch in Sachsen-Anhalt beteiligten sich die Menschen an zahlreichen Orten am Volksaufstand, den Besetzungen, Streiks und trugen bei Demonstrationen lautstark ihre Forderungen vor. Beispiele sind die Städte Bitterfeld und Halle (Saale).

In Magdeburg fanden die damaligen Proteste ihren Höhepunkt vor der Bezirksbehörde der Deutschen Volkspolizei (BDVP), dem heutigen Dienstgebäude des Ministeriums für Inneres und Sport. Dort versammelten sich Tausende Demonstranten, von denen einige in das Gebäude gelangten und unter anderem die Freilassung der hier einsitzenden politischen Gefangenen forderten. Wie in der gesamten Stadt wurde die Demonstration auch vor der Bezirksbehörde der Deutschen Volkspolizei durch sowjetische Truppen brutal niedergeschlagen.