Deutschlandwetter im August 2026: Ungewöhnlich warm

Sommer Sonnenuntergang
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Offenbach/DWD. Nach einer sonnigen, verbreitet heißen und in vielen Regionen trockenen ersten Augusthälfte stellte sich die Witterung um und brachte häufiger Regenfälle und Gewitter nach Deutschland. Am 19. traten in Brandenburg sowie von Rheinland-Pfalz über Hessen bis Thüringen schwere Gewitter und mehrere Tornados auf. Der letzte meteorologische Sommermonat 2026 fällt in der Summe trotzdem insgesamt ungewöhnlich warm, trocken und sehr sonnenscheinreich aus. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach vorläufigen Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2.000 Messstationen.

Erste Monatshälfte sehr heiß – letzte Monatsdekade mit zeitweise frischen Nächten

Das Temperaturmittel für Deutschland erreichte im August 2026 gemäß vorläufiger Datenlage 19,9 Grad Celsius (°C) und liegt damit 3,4 Grad über dem Klimamittel 1961 bis 1990 (16,5 °C). Gegenüber der wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (18,0 °C) betrug der Überschuss 1,9 Grad. In der ersten Monatshälfte herrschte vor allem im Süden und Südwesten anhaltende Hitze. Dort wurden verbreitet mehr als zehn heiße Tage mit Höchstwerten von mindestens 30 °C gezählt. Das bundesweit höchste Tagesmaximum meldete Regensburg am 4. mit 39,4 °C. In der zweiten Monatshälfte ließ die markante Wärme nach; die Temperatur näherte sich zeitweise dem jahreszeitlichen Niveau. Dabei ermöglichte trockene Luft vielerorts eine kräftige nächtliche Abkühlung und brachte frische, mitunter bereits frühherbstlich anmutende Nächte. Am 24. sank die Temperatur in Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit 1,0 °C auf das deutschlandweite Monatsminimum. 

Zweite Augusthälfte niederschlagsreicher – regional mit Unwettern und Tornados

Mit rund 62 Litern pro Quadratmeter (l/m²) Niederschlag erreichte der August etwa 81 Prozent des Klimamittels 1961 bis 1990 von 77 l/m² und gut 79 Prozent der Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (78 l/m²). Dabei konzentrierte sich der Niederschlag vor allem auf die zweite Monatshälfte. Die höchste Tagesmenge meldete Kamen in Nordrhein-Westfalen mit 65,0 l/m² am 18. des Monats. Am 19. traten mit schweren Gewittern mehrere Tornados auf – in Brandenburg sowie in einem breiten Korridor vom Westerwald über Hessen bis nach Thüringen. Am 28. zog ein kräftiger Gewitterkomplex über das südliche Baden-Württemberg. Vom Hochrhein über die Bodenseeregion bis nach Oberschwaben verursachten bis zu fünf Zentimeter große Hagelkörner und orkanartige Böen erhebliche Schäden. In Friedrichshafen wurde eine Spitzenböe von 114 Kilometer pro Stunde (km/h) gemessen. Die höchsten Niederschlagssummen des Monats fielen am Alpenrand mit teils rund 180 l/m². Deutlich trockener blieb es in Teilen Nordostdeutschlands mit Monatsmengen unter 20 l/m².

Ungewöhnlich sonniger August mit Schwerpunkt vor allem im Süden

Mit rund 252 Stunden übertraf die Sonnenscheindauer ihr Klimamittel von 200 Stunden um 26 Prozent. Gegenüber der Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (212 Stunden) betrug das Plus gut 19 Prozent. Besonders in Teilen Süddeutschlands, gebietsweise aber auch in Sachsen schien die Sonne örtlich länger als 280 Stunden.

August 2026 in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt zählte im August 2026 im Flächenmittel etwa sieben heiße Tage. Die höchste Temperatur meldete Köthen am 15. mit 36,7 °C. Zu Beginn der letzten Monatsdekade räumte der Hochsommer jedoch zügig das Feld. In Oberharz am Brocken-Stiege sank die Lufttemperatur am 24. auf 3,0 °C. In der Bilanz steht eine Mitteltemperatur von 19,5 °C, die um 2,3 Grad über dem Klimamittel von 17,2 °C liegt. Beim Niederschlag bildete Sachsen-Anhalt den Gegenpol zum benachbarten Sachsen: Mit rund 36 l/m² erreichte die Monatssumme lediglich 61 Prozent des Solls von 59 l/m². Damit war Sachsen-Anhalt nach aktuellem Stand das trockenste Bundesland. Die Sonne zeigte dagegen wenig Zurückhaltung und schien rund 249 Stunden. Das entsprach 126 Prozent des Klimamittels von 198 Stunden.