Wo bleibt die Zeit? – Zeitverwendungserhebung 2022

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Halle. StatLa. Erwerbstätigkeit, Bildung, Haushaltsführung und Betreuung in der Familie sowie Mediennutzung waren, jenseits des persönlichen Bereiches, die 4 zeitintensivsten Aktivitäten, denen die Menschen in Deutschland 2012/2013 nachgingen. Wie sieht die Zeitverwendung jedoch im Jahr 2022 aus? Was hat sich geändert? Antworten auf diese Fragen soll die Zeitverwendungserhebung (ZVE) 2022 liefern, die unter dem Motto „Wo bleibt die Zeit“ von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder durchgeführt wird.

Die ZVE liefert Erkenntnisse darüber, wie viel Zeit die Menschen in Deutschland für verschiedene Lebensbereiche verwenden. Sie ist die einzige amtliche Datenquelle, aus der beispielsweise Informationen zum Umfang der „Care-Arbeit“, also der unbezahlten Arbeit hervorgehen. Auf Basis der Daten aus der ZVE wird beispielsweise der „Gender Care Gap“ als Indikator für die Gleichstellung von Männern und Frauen berechnet. Aus den Daten der letzten ZVE von 2012/13 geht hervor, dass Frauen gut 50 % mehr Zeit für unbezahlte Care-Arbeit verwenden als Männer. Aber auch Informationen über die Dauer von Bildungs- oder Freizeitaktivitäten sowie zum Medienkonsum werden erhoben. Somit bieten die ZVE-Daten ein umfassendes Bild über die durchschnittliche Zeitverwendung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen.

Jenseits des persönlichen Bereiches, zu dem u. a. Schlafen und Essen zählten, arbeiteten die erwerbstätigen Menschen in Deutschland, laut der letzten ZVE 2012/2013, täglich durchschnittlich 7:52 h. Schülerinnen und Schüler sowie Studierende wendeten 5:17 h für Schule bzw. Studium auf. An der Haushaltsführung und Betreuung in der Familie beteiligten sich 90 % der Menschen und verbrachten damit 3:27 h täglich. Fernsehen, Musik hören und lesen, zusammengefasst in der Kategorie Mediennutzung, gehörten insgesamt durchschnittlich 3:19 h zu den Aktivitäten, für die mit am meisten Zeit verwendet wurde.

Diese und andere Ergebnisse lieferte die letzte ZVE vor 10 Jahren. Sie können dabei mitwirken, dieses Bild zu aktualisieren und so dabei helfen gesellschaftlichen Veränderungen auf die Spur zu kommen.
An der ZVE 2022 haben bereits mehr als 6.000 Haushalte in ganz Deutschland an der ZVE teilgenommen und ihre Aktivitäten an 3 Tagen in einem Tagebuch festgehalten. Damit die Ergebnisse möglichst repräsentativ für die gesamte Gesellschaft sind, werden noch ganz bestimmte Haushaltstypen gesucht.

Dies sind vor allem Haushalte mit Kindern, deren Haupteinkommensperson

  • selbstständig beziehungsweise freiberuflich tätig ist oder
  • Arbeiter/-in ist, das heißt vorwiegend körperliche/manuelle Tätigkeiten oder Kontroll- und Bedientätigkeiten an Maschinen ausübt oder
  • nicht erwerbstätig (z. B. arbeitslos) ist.

Für jeden teilnehmenden Haushalt gibt es eine Prämie von mindestens 35 Euro. Haushalte mit mehreren Personen über 10 Jahren können 20 Euro pro Person zusätzlich erhalten. Bei einem 4-Personenhaushalt wären dies bis zu 95 Euro.

Unter www.zve2022.de/teilnahme können Sie sich für die ZVE 2022 anmelden. Aus allen angemeldeten Haushalten wird für jedes Quartal nach einem Quotenplan eine Stichprobe gezogen. Das bedeutet, dass für jedes Bundesland anhand der Bevölkerungsstruktur zum Beispiel festgelegt wird, wie viele Paarhaushalte mit Kindern, wie viele Haushalte von Alleinerziehenden oder zum Beispiel Wohngemeinschaften für die Stichprobe benötigt werden.

Die Erhebungsstelle im Statistischen Landesamt Sachsen-Anhalt erreichen Sie unter: Kostenlose Telefonnummer 0800/ 934 80 00 (wochentags 8:00 bis 19:00 Uhr) oder per E-Mail: Zeitverwendung@stala.mi.sachsen-anhalt.de

Weitere Informationen zur ZVE 2022, häufig gestellte Fragen sowie das Teilnahmeformular
sind verfügbar unter www.zve2022.de.