Tourismus in Sachsen-Anhalt 2025: Stabile Entwicklung auf hohem Niveau

Hotelzimmer
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Halle/StatLa. Die Zahl der Gästeankünfte blieb mit 3.394.975 nahezu auf Vorjahresniveau (+0,2 %). Die Übernachtungen gingen leicht um 1,4 % auf 8.232.822 zurück. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, lag die Übernachtungszahl damit weiterhin deutlich über der 8-Millionen-Marke. Dies war das vierthöchste Ergebnis seit dem Rekordjahr 2019.

Der Präsident des Statistischen Landesamtes, Herr Michael Reichelt, äußert sich wie folgt zu der Entwicklung: „Die Tourismuszahlen 2025 zeigen, dass sich Sachsen-Anhalt als attraktives Reiseziel behauptet. Trotz einzelner Rückgänge bei den Übernachtungen bleibt das Interesse an unserem Land hoch. Besonders erfreulich ist die Stabilisierung der Branche nach den Herausforderungen der vergangenen Jahre.“

Trotz der leichten Rückgänge bei den Übernachtungen zeigt die langfristige Betrachtung einen stabilen Aufwärtstrend seit 2021 (2.815.720). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag 2025 bei 2,4 Tagen und entsprach damit der Aufenthaltsdauer von 2015 bis 2019. Die Auslastung der Beherbergungsbetriebe blieb mit rund 32 % auf dem Niveau der Vorjahre.

Gästeherkünfte und Übernachtungen

Die meisten Übernachtungen erfolgten traditionell im August mit 912.195, die wenigsten im Januar mit 387.781. Während die Ankunftszahlen im Vergleich zum Vorjahr nur in 4 Monaten (Februar: -4,2 %, März: -6,1 %, Mai: -1,3 % und Juli: -3,8 %) geringer waren, lag die Zahl der Übernachtungen in 4 Monaten über dem Vorjahresergebnis (April: +7,2 %, Juni: +2,7 %, November: +0,8 %, Dezember:+3,1 %).

Sachsen-Anhalt ist vorwiegend für Gäste aus dem Inland ein beliebtes Reiseziel. Der weitaus größte Teil am Tourismusaufkommen des Landes wird von diesen erbracht. Mit 3.142.939 Gästen und 7.697.599 Übernachtungen waren das 0,1 % mehr bzw. 1,2 % weniger als 2024 und damit das beste Ergebnis seit dem Allzeithoch 2019 bei den Gästeankünften. Die Nachfrage internationaler Gäste stieg bei den Ankünften auf 252.036 Gäste (+1,8 %). Die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste sank jedoch um 5,1 % auf 535.223. Die wichtigsten Herkunftsländer waren die Niederlande (36.642 Ankünfte), Polen (31.040) und Dänemark (29.388).

Die meisten Gäste übernachteten 2025 in Hotels (1.970.040 Gäste, 58,0 % aller Gäste), gefolgt von Hotel garnis (389.805), Pensionen (154.519) und Jugendherbergen und Hütten (149 580). Die Übernachtungszahlen auf Campingplätzen sanken erstmals seit 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 3,0 % auf 778.145, blieben aber auf einem hohen Niveau. Bei den Gästeankünften konnten die Campingplätze noch ein Plus um 2,6 % auf 280 594 Ankünfte verzeichnen. Damit zeigte sich auch in dieser Betriebsart der Trend, dass steigende Gästezahlen nicht automatisch steigende Übernachtungszahlen bedeuten.

Steigerungen sowohl bei den Gäste- als auch Übernachtungszahlen im Vorjahresvergleich konnten 2025 erneut in Hotels garnis (Gäste: +6,6 %; Übernachtungen: +0,8 %) verzeichnet werden. Die Ferienhäuser und -wohnungen (Gäste: +12,3 %; Übernachtungen: +4,8 %) erreichten im letzten Jahr die größten Zuwächse. Die Vorsorge- und Rehakliniken konnten ebenfalls bei den Gästen (+0,7 %) und den Übernachtungen Zunahmen verbuchen. Alle anderen Betriebsarten verzeichneten entweder bei den Gästen oder den Übernachtungen oder auch in beiden Kategorien Rückgänge.

Reisegebiete

Das Reisegebiet Harz und das Harzvorland behauptet seine Stellung als beliebteste Reiseregion: Hier wurden 32,5 % aller Ankünfte und 35,8 % aller Übernachtungen verzeichnet. Im Vergleich zur landesweiten Entwicklung gab es hier einen stärkeren Anstieg der Ankünfte (+0,3 %) auf 1.103.170, aber auch einen deutlicheren Rückgang der Übernachtungen (-1,9 %) auf 2.949.615. Die Region Altmark verzeichnete mit 7,1 % aller Ankünfte und 8,1 % aller Übernachtungen zwar geringere Anteile, jedoch die längste durchschnittliche Aufenthaltsdauer (2,8 Tage). Die Region Altmark verbuchte auch bei den Gästen den höchsten prozentualen Rückgang (-3,5 % auf 240 653) im abgelaufenen Tourismusjahr. Die Übernachtungen gingen mit jeweils 1,9 % im Harz und Harzvorland auf 2.949.615 und in der Region Anhalt-Wittenberg auf 1.204.188 am stärksten zurück.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Branche stabilisiert sich 2025. Die nominalen Umsätze im Beherbergungsgewerbe stagnierten 2025 (+0,3 %), real gingen sie um 2,5 % zurück. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg um 2,0 %. In der Gastronomie blieb das Umsatzniveau 2025 unter dem von 2019, die Beschäftigtenzahlen erholten sich leicht, lagen aber ebenfalls deutlich unter dem damaligen Niveau.

Die Zahlen stammen aus der Monatserhebung im Tourismus (Beherbergungsstatistik). In dieser werden Beherbergungsbetriebe ab 10 Schlafgelegenheiten sowie Campingplätze ab 10 Stellplätzen u. a. mit Gästeankünften, Übernachtungen und Herkunft der Gäste erfasst.
Die Angaben zum Umsatz und den Beschäftigten stammen aus der Monatsstatistik im Gastgewerbe.