AWO: “Die Verlockung entlarven: Nikotin- und Tabaksucht bekämpfen”

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Halle/AWO. Anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai 2026 rufen Gesundheitsorganisationen weltweit dazu auf, die Marketingstrategien der Tabak- und Nikotinindustrie kritisch zu hinterfragen. Unter dem diesjährigen Motto der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt das Augenmerk besonders auf dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor dem Einstieg in die Abhängigkeit.

„Die Industrie nutzt gezielt attraktive Designs und Aromen, um junge Menschen an Nikotinprodukte zu binden“, erklärt Claudia Hammer, Fachkraft für Suchtprävention Saalekreis des AWO Regionalverbandes. „Wir müssen diese Mechanismen und Tricks offenlegen, um die nächste Generation vor einer lebenslangen Sucht zu bewahren. Dafür braucht es auch Aufklärung von Eltern und Lehrer*innen.“

Neben der Prävention steht das Jahr 2026 im Zeichen verbesserter Früherkennung. Seit April haben starke Raucher*innen im Alter zwischen 50 und 75 Jahren erstmals Anspruch auf eine jährliche, kostenlose Lungenkrebs-Früherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomographie (LDCT). Ziel ist es, Tumore in einem heilbaren Stadium zu entdecken und die Sterblichkeitsrate signifikant zu senken.

Auch die bundesweite Aktion „Rauchfrei im Mai“ verzeichnete 2026 eine hohe Beteiligung. Tausende Menschen nutzten den Aktionsmonat als Sprungbrett für einen dauerhaften Ausstieg. Laut aktuellen Daten der DEBRA-Studie raucht in Deutschland weiterhin mehr als jede*r Dritte – ein Trend, dem durch gezielte Kampagnen und niedrigschwellige Hilfsangebote entgegengewirkt werden soll.

An den fünf Standorten der AWO Suchtberatung in Halle und dem Saalekreis wird auf den Welt-Nichtraucher-Tag 2026 durch ein Banner, Infoblätter, Aufsteller aufmerksam gemacht.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich auch online unter  https://www.suchtberatung.digital über Ausstiegswege und Präventionsmaßnahmen informieren.

Der Weltnichtrauchertag 2026 bietet die Gelegenheit, hervorzuheben, wie die Tabak- und Nikotinindustrie ihre Produkte immer wieder neu verpackt und umbenennt, um eine neue Generation – insbesondere Kinder und Jugendliche – anzusprechen, während sie gleichzeitig versucht, weltweit strengere Maßnahmen zur Tabakkontrolle zu umgehen.