Vier hallesche Wohnungsunternehmen entwickeln Quartier “Voßstraße” gemeinsam weiter

Im Rahmen eines Quartiersfestes wurde die Mieterschaft der Voßstraße über die geplante Wohnumfeldgestaltung informiert. Foto: HWG.

Halle/HWG. Die vier halleschen Wohnungsunternehmen Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH (HWG), Hallesche Wohnungsgenossenschaft FREIHEIT eG, FROHE ZUKUNFT Wohnungsgenossenschaft eG und Wohnungsbaugenossenschaft „Eisenbahn“ e. G. treiben gemeinsam die Weiterentwicklung des Quartiers Voßstraße voran.

Erstmals arbeiten die Unternehmen in einem Quartier dieser Größenordnung über Eigentumsgrenzen hinweg an einem gemeinsamen Konzept für Klimaanpassung, Aufenthaltsqualität und zukunftsfähige Freiräume. Für die Umsetzung konnten rund 500.000 Euro aus dem Bundesförderprogramm KoMoNa eingeworben werden. Vorgestellt wurde das Vorhaben den Bewohnerinnen und Bewohnern bei einem gemeinsamen Quartiersfest.

Mehr Grün und bessere Aufenthaltsqualität

Das innerstädtische Quartier soll ökologisch aufgewertet und die Biodiversität gestärkt werden. Neue Begrünungen, Baumpflanzungen und naturnahe Strukturen sollen für mehr Schatten und eine höhere Aufenthaltsqualität sorgen.

Gleichzeitig sollen Lösungen für die Folgen des Klimawandels entwickelt und die Wegebeziehungen im Quartier verbessert werden. Beteiligt sind neben den vier Wohnungsunternehmen auch die Stadt Halle (Saale), die Franckeschen Stiftungen, das Zukunftszentrum sowie das hallesche Landschaftsarchitekturbüro Planerzirkel.

„Wenn vier Wohnungsunternehmen auf so engem Raum Wohnungen für viele Menschen anbieten, ist eine gemeinsame Gestaltung der Außenanlagen nur folgerichtig“, erklärt HWG-Geschäftsführerin Simone Danz. „Wir möchten die Wohnqualität erhöhen und gleichzeitig Lösungen für die klimatischen Herausforderungen finden.“

Maßnahmen gegen Hitze und Starkregen

Die derzeitige Bepflanzung der Freiflächen bietet zu wenig Schatten und Verdunstungspotenzial. Durch die dichte Bebauung fehlt zudem eine spürbare Luftzirkulation. Dadurch kann im Sommer eine sogenannte Wärmeinsel mit höheren Temperaturen als in Stadtrandlagen entstehen.

„Mikroklima ist so ein Stichwort. Darauf wollen wir reagieren“, sagt Dirk Neumann, Vorstandssprecher der WG FREIHEIT. Das Quartier grenzt unmittelbar an die Franckeschen Stiftungen und wird durch zwölf elfgeschossige Hochhäuser mit rund 500 Wohnungen geprägt.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Umgang mit Starkregen. Das Gelände fällt auf einer Strecke von rund zehn Metern in Richtung der Franckeschen Stiftungen ab. Bei großen Regenmengen fließt das Wasser bislang nahezu ungehindert ab. Künftig sollen Lösungen entwickelt werden, um Regenwasser vor Ort zurückzuhalten und später sinnvoll zu nutzen.

„Wasser ist ein kostbares Gut. Wir müssen einen Weg finden, große Wassermengen vor Ort zu binden, um sie später sinnvoll einsetzen zu können“, so Matthias Kirchner, Vorstand der WG FROHE ZUKUNFT.

Barrierefreie Wege im Quartier

Auch die Wegeführung soll verbessert werden. Da die Voßstraße als Sackgasse keinen motorisierten Durchgangsverkehr aufweist, stehen insbesondere die Bedürfnisse von Fußgängerinnen und Fußgängern, Radfahrenden sowie mobilitätseingeschränkten Menschen im Mittelpunkt.

Geprüft werden unter anderem neue barrierefreie Wegeverbindungen. „Wir sehen schon jetzt, dass es an Rampen für Kinderwagen und Fahrräder fehlt. Gleichzeitig könnten manche Treppen an den Grünflächen durch Schrägen ersetzt werden“, erklärt Matthias Simeonow, Vorstand der WG „Eisenbahn“.

Wünsche der Bewohnerinnen und Bewohner

Beim Quartiersfest wurden auch die Ergebnisse einer Bewohnerbefragung vorgestellt. Besonders häufig genannt wurden der Wunsch nach mehr Grün, zusätzlichen Sitz- und Treffmöglichkeiten, besseren Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Rollatoren sowie einer weiteren Verbesserung der Barrierefreiheit.

Die Rückmeldungen fließen nun in die weitere Konkretisierung des Projekts ein.

Förderung durch KoMoNa

Für das gemeinsame Vorhaben reichten die vier Wohnungsunternehmen in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekturbüro Planerzirkel erfolgreich einen Fördermittelantrag bei der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH ein.

Das Projekt wird im Rahmen der Bundesförderung „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen (KoMoNa)“ gefördert. Die Antragsbearbeitung erfolgte im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.