Deutsche Emissionen sinken 2025 um rund 3 Prozent

Buna Kraftwerk
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Dessau-Roßlau/UBS. Im Jahr 2025 haben die 1.794 stationären Industrie- und Energieanlagen in Deutschland im Europäischen Emissionshandel 1 (EU-ETS 1) etwa 264 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen. Das sind rund 3,2 Prozent weniger als im Vorjahr. 2024 lag der Rückgang der Emissionen stationärer Anlagen noch bei 5,5 Prozent. Die Emissionen im Luftverkehr sanken 2025 um 2,2 Prozent auf rund 8,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (nach einer Zunahme von 16 Prozent im Vorjahr). Dies berichtet die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (UBA).

Der EU-ETS 1 umfasst stationäre Anlagen der Energie- und Industriebranche sowie den innereuropäischen Luft- und Seeverkehr. Den größten Anteil an den Emissionen verursachen die stationären Anlagen.

Die Emissionen der Industrieanlagen lagen 2025 um 5,5 Prozent unter dem Vorjahreswert – vor allem infolge der weiterhin schwachen wirtschaftlichen Entwicklung. Die Emissionen der Energieanlagen gingen dagegen nur noch um rund zwei Prozent zurück und damit deutlich langsamer als im Vorjahr. Auch europaweit verlangsamte sich der Emissionsrückgang: Die Emissionen der stationären Anlagen sanken um rund zwei Prozent, während die Emissionen des Luftverkehrs leicht anstiegen.

UBA-Präsident Dirk Messner: „Der Emissionshandel hat sich seit 2005 zum zentralen Klimaschutzinstrument in Deutschland und Europa entwickelt. Die Emissionen haben sich seitdem etwa halbiert. Die zuletzt geringeren Emissionsrückgänge zeigen jedoch, dass sich der Fortschritt verlangsamt hat. Gerade in der Industrie beruhen die Emissionsminderungen derzeit vor allem auf der schwachen Wirtschaftslage und nicht auf einer Umstellung auf emissionsarme Produktionsverfahren. Die Reform des Emissionshandels sollte dies berücksichtigen und den Wandel hin zu einer klimaneutralen Industrie stärker unterstützen.“

Christoph Kühleis, kommissarischer Leiter des Fachbereichs „Klimaschutz, Energie, Deutsche Emissionshandelsstelle“ im UBA: „Die Einnahmen aus dem Emissionshandel sollten gezielt in klimafreundliche Technologien wie die Elektrifizierung industrieller Prozesse, grünen Wasserstoff und CO₂-arme Produktionsverfahren fließen. Deren Ausbau kommt bislang nicht schnell genug voran.“

Emissionen der Energieversorgung

Die Emissionen der Energieversorgung sanken 2025 um rund zwei Prozent auf 167 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente – den niedrigsten Stand seit Einführung des EU-ETS 1. Ausschlaggebend waren vor allem mehr Strom aus Photovoltaik und weniger Braunkohle. Höhere Emissionen aus Stein- und Erdgaskraftwerken sowie eine geringere Stromerzeugung aus Wind- und Wasserkraft bremsten den Rückgang. Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch stieg leicht auf rund 55 Prozent.

Emissionen der Industrie

Die Emissionen der energieintensiven Industrie gingen um rund fünf Prozent auf 97 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente zurück. Besonders betroffen waren die Eisen- und Stahlindustrie sowie die Kalk-, Papier- und Zellstoffindustrie. Hauptursache waren geringere Produktionsmengen. Die seit 2024 zusätzlich erfassten Anlagen haben auf die Gesamtentwicklung nur geringen Einfluss.

Emissionen im Luftverkehr

Die Emissionen der von Deutschland verwalteten Luftfahrzeugbetreiber sanken 2025 um rund zwei Prozent auf 8,8 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Damit endete der Wachstumstrend der vergangenen Jahre.

Emissionen im Seeverkehr

Für 2025 liegen wegen noch ausstehender Emissionsberichte derzeit keine belastbaren Daten vor. Im Jahr 2024 meldeten die von Deutschland verwalteten Schifffahrtsunternehmen rund elf Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente.

Emissionshandel und Gesamtemissionen

Die deutschen Treibhausgasemissionen blieben 2025 mit 649 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten nahezu unverändert. Leichte Emissionsrückgänge im EU-ETS 1 wurden durch höhere Emissionen im Gebäude- und Verkehrssektor ausgeglichen.

Auch die Emissionen im nationalen Emissionshandel (nEHS) blieben 2024 nahezu konstant. Das Emissionslimit wurde erstmals deutlich überschritten. Zusammen erfassen EU-ETS 1 und nEHS mehr als 85 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen.