Bildungsminister zieht kurz vor den Sommerferien positive Bilanz

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Magdeburg/MB. Mit dem Ende des Schuljahres 2025/2026 zieht Sachsen-Anhalts Bildungsminister Jan Riedel eine positive Bilanz. Trotz anhaltender Herausforderungen sei es gelungen, die Unterrichtsversorgung zu stabilisieren, Reformen voranzubringen und Schulen gezielt zu unterstützen.

„Hinter uns liegt ein intensives Schuljahr. Umso mehr beeindruckt mich der Einsatz von Schulleitungen, Lehrkräften sowie pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, dass unsere Schülerinnen und Schüler auch unter schwierigen Bedingungen gut lernen konnten. Dafür danke ich ihnen herzlich“, sagte Bildungsminister Jan Riedel.

Außergewöhnliches Engagement sichert Unterricht

Nach dem Wegfall der Vorgriffsstunde waren kurzfristig flexible Lösungen erforderlich. Viele Lehrkräfte übernahmen freiwillig zusätzliche Unterrichtsstunden oder erweiterten zeitweise ihre Arbeitszeit. Gemeinsam mit engagierten Schulleitungen konnte so die Unterrichtsversorgung gesichert werden.

„Diese Bereitschaft war keineswegs selbstverständlich. Sie zeigt das große Verantwortungsbewusstsein an unseren Schulen“, betonte Jan Riedel.

Lehrkräftegewinnung und Personalbindung weiter gestärkt

Die Gewinnung und Bindung von Lehrkräften blieb ein Schwerpunkt. Der Seiteneinstieg wurde weiter professionalisiert und erhält künftig einen festen Qualifizierungstag pro Woche. Zudem sollen erleichterte Laufbahnmöglichkeiten den flexiblen Einsatz zwischen Schulformen verbessern. Maßnahmen wie die ausgeweitete Altersermäßigung und das JobRad-Angebot schaffen zusätzliche Anreize für einen längeren Verbleib im Schuldienst.

Pädagogische Unterrichtshilfen stärken Schulalltag

Mit Beginn des Schuljahres wurden an Sekundar-, Gemeinschafts- und Gesamtschulen pädagogische Unterrichtshilfen (puH) eingeführt. Sie unterstützen Lehrkräfte im Unterricht, fördern Schülerinnen und Schüler gezielt und begleiten unter anderem Praxislerntage sowie Ganztagsangebote. Das Ministerium bewertet die Einführung als spürbare Entlastung der Schulen.

Schulen erhalten mehr Handlungsspielraum

Das flexible Personalbudget wurde weiter ausgebaut. Es ermöglicht Schulen, zusätzliche Angebote und Projekte entsprechend ihres Bedarfs umzusetzen und stärkt damit ihre Eigenverantwortung. Die Finanzierung ist zunächst bis Ende 2026 gesichert; eine Fortführung ist vorgesehen.

Ausweitung Praxislerntage (PLT)

Die Praxislerntage wurden als freiwilliges Angebot gesetzlich verankert. Schulen sollen ihre Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen ausbauen, um Schülerinnen und Schüler praxisnah auf Ausbildung und Beruf vorzubereiten. Unterstützt werden sie dabei durch eine neue pädagogische Arbeitsstelle am LISA sowie durch die pädagogischen Unterrichtshilfen.

Digitalisierung an den Schulen

Mit der digitalen Beantragung von Zusatzstunden über das Bildungsmanagementsystem BMS-LSA wurden Verwaltungsprozesse vereinfacht. Weitere Digitalisierungsschritte sollen den bürokratischen Aufwand reduzieren.

Auch die digitale Unterrichtsentwicklung wurde vorangetrieben: Mit AIS.chat erhalten Lehrkräfte eine datenschutzkonforme KI-Plattform, ergänzt durch das Projekt „Lernwelt“. Beim Umgang mit privaten Smartphones und Tablets setzt das Land auf pädagogische Konzepte statt pauschaler Verbote und unterstützt Schulen mit einer Handreichung sowie einem digitalen Regelbaukasten.

Pädagogische Qualität weiterentwickelt

Zum kommenden Schuljahr werden neue Lehrpläne für die Grundschule eingeführt. Gleichzeitig wurde das Angebot des Bildungsservers mit digitalen Fachzeitschriften und Unterrichtsmaterialien weiter ausgebaut.

Modellprojekt zur Unterrichtsorganisation zeigt Erfolge

Das 4+1-Modellprojekt mit 14 Schulen erprobt seit 2022 neue Unterrichtsformen. Erste Ergebnisse zeigen positive Effekte auf Motivation, selbstständiges Lernen und Praxisbezug. Erkenntnisse aus dem Projekt sind bereits in die Weiterentwicklung des Schulsystems eingeflossen.

Demokratiebildung in Schulen gestärkt

Ein neuer Erlass regelt den Umgang mit parteipolitischer Werbung und Politikerbesuchen an Schulen. Er stärkt die demokratische Bildung und verankert den Beutelsbacher Konsens verbindlich.

Schulentwicklungsplanung: Frist für Schulträger verlängert

Angesichts sinkender Schülerzahlen wurde die Frist für die Schulentwicklungsplanung bis Mitte 2029 verlängert. Damit erhalten die Schulträger mehr Planungssicherheit.

„Runder Tisch“ mit Schulen in freier Trägerschaft etabliert

Ein neuer Runder Tisch schafft einen regelmäßigen Austausch zwischen dem Bildungsministerium und den Trägern freier Schulen. Ziel ist eine frühzeitige Einbindung in bildungspolitische Entscheidungen.

Bildung gemeinsam gestalten: „Bildungsland Sachsen-Anhalt 2035“

Bei mehr als 100 Schulbesuchen sammelte Bildungsminister Jan Riedel Eindrücke aus der Praxis. Diese flossen in den Beteiligungsprozess „Bildungsland Sachsen-Anhalt 2035“ ein. Höhepunkt war eine Bildungskonferenz mit rund 300 Vertreterinnen und Vertretern aus Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft, Kommunen und Zivilgesellschaft. Gemeinsam wurde ein Zielbild für die Weiterentwicklung des Bildungswesens erarbeitet.

Dank zum Schuljahresende

Zum Abschluss des Schuljahres dankte Bildungsminister Jan Riedel allen Beschäftigten im Schuldienst für ihren Einsatz und wünschte ihnen erholsame Sommerferien.