Stiftung „Familie in Not – Sachsen-Anhalt“ feiert 25-jähriges Jubiläum

1. Reihe v. l. n. r.: Sarah Schulze, stellvertretende Vorstandsvorsitzende; Frank Winckler, bisheriger Geschäftsführer der Stiftung „Familie in Not – Sachsen-Anhalt“; Sozialministerin Petra Grimm-Benne; Nadine Stephan, Geschäftsführerin der Stiftung „Familie in Not – Sachsen-Anhalt“; Lydia Schmitt, Mitglied des Stiftungsvorstandes. 2. Reihe: Norbert Bischoff, Minister für Arbeit und Soziales a. D. und ehemaliger Vorsitzender der Stiftung; Klaus Roes, Vorstandsvorsitzender der Stiftung; Jens Doering, ehemaliger Gruppenleiter und stellvertretender Geschäftsführer; Katrin Thäger, Mitglied des Stiftungsvorstandes. Foto: Stiftung Familie in Not / Quelle: MS LSA.

Magdeburg/MS. Alleinerziehende und werdende Mütter, die aufgrund besonderer Lebensumstände in finanzielle Not geraten sind, werden seit 25 Jahren durch die Stiftung „Familie in Not – Sachsen-Anhalt“ unterstützt. Sie springt dort ein, wo andere Unterstützungsleistungen nicht greifen oder nicht ausreichen. Bereits alltägliche Anschaffungen wie eine dringend benötigte Waschmaschine oder die Erstausstattung für ein Neugeborenes können für Familien in einer akuten finanziellen Notlage eine entscheidende Entlastung bedeuten. Die Stiftung feierte ihr 25-jähriges Jubiläum im Familienhaus Magdeburg gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Beratungspraxis sowie langjährigen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern. Neben einem Rückblick auf die Geschichte und die aktuellen Herausforderungen stand das Jubiläum auch im Zeichen eines personellen Wechsels: Geschäftsführer Frank Winckler, der bereits seit 1995 für den Vorgängerverein und anschließend als Geschäftsführer der Stiftung tätig war, wurde feierlich verabschiedet.

25 Jahre Solidarität und unbürokratische Hilfe

Sozialministerin Petra Grimm-Benne gratulierte zum Jubiläum der Stiftung und würdigte die geleistete Arbeit: „25 Jahre Stiftung ‚Familie in Not – Sachsen-Anhalt‘ stehen für ein Vierteljahrhundert gelebter Solidarität, unbürokratischer Hilfe und Mitmenschlichkeit. Die Stiftung unterstützt Menschen in schwierigen Lebenssituationen, gibt Familien neue Kraft und hilft ihnen dabei, den Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu finden. Diese unentbehrliche Arbeit für das Familienland Sachsen-Anhalt verdient großen Respekt und Würdigung. Frank Winckler und sein Team haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Stiftung ihren Auftrag, Familien und Schwangeren schnell und unbürokratisch zu helfen, verlässlich erfüllen konnte.“

Stiftung als wichtige Anlaufstelle für Familien und Schwangere

Sarah Schulze, stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsvorstandes, eröffnete die Veranstaltung. Sie erinnerte an den zentralen Auftrag der Stiftung, Familien dann zur Seite zu stehen, wenn unvorhergesehene Ereignisse oder veränderte Lebensumstände nicht mehr aus eigener Kraft bewältigt werden können und andere Hilfen nicht ausreichen. Als zentrale Einrichtung der Bundesstiftung „Mutter und Kind“ in Sachsen-Anhalt unterstützt die Stiftung zudem schwangere Frauen in finanziellen Notlagen. Schulze dankte insbesondere den Mitarbeiterinnen der Stiftung und den Fachkräften der Schwangerschaftsberatungsstellen im Land. Sie sind wichtige Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner vor Ort und bilden die Schnittstelle zwischen den Menschen, die Unterstützung benötigen, und der Stiftung. Ihr Dank galt ebenso dem Land Sachsen-Anhalt, der Bundesstiftung „Mutter und Kind“ sowie den Verantwortlichen in Vorstand und Kuratorium.

Unterstützungsbedarf bleibt hoch

Die Rahmenbedingungen der Stiftungsarbeit haben sich in den vergangenen 25 Jahren deutlich verändert. Trotz des anhaltenden Geburtenrückgangs in Sachsen-Anhalt ist die Zahl der bei der Stiftung eingehenden Anträge in den vergangenen Jahren weitgehend konstant geblieben. Im Jahr 2025 wurden 3.517 Anträge auf Leistungen der Bundesstiftung gestellt. Dies verdeutlicht den weiterhin hohen Unterstützungsbedarf. Zugleich verändern sich die Lebenslagen und die Zusammensetzung der Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind.

Digitalisierung und neue Geschäftsführung

Auch künftig bleibt die Unterstützung von Familien in schwierigen Lebenssituationen eine wichtige Aufgabe. Das Land Sachsen-Anhalt finanziert die Geschäftsstelle weiterhin vollständig. Gleichzeitig wird die Antragsbearbeitung weiter digitalisiert. Eine neue Bearbeitungssoftware soll eine papierlose und datenschutzkonforme Bearbeitung zwischen Beratungsstellen und Geschäftsstelle ermöglichen. Zum 1. Oktober 2026 übernimmt Nadine Stephan die Geschäftsführung und führt die Arbeit der Stiftung in einer neuen Generation fort. Mit dem Wechsel sollen bewährte Strukturen fortgeführt und die Stiftung zugleich weiterentwickelt werden. Die neue Geschäftsführung möchte die Zusammenarbeit mit den Schwangerschaftsberatungsstellen weiter stärken, bestehende Prozesse festigen und optimieren sowie die Erfahrungen aus der täglichen Arbeit nutzen, um die Bedarfe und Interessen von Familien in Notlagen sichtbarer zu machen und ihre Interessenvertretung zu stärken.

Von der Initiative zur Stiftung

Der „Familie in Not- Land Sachsen – Anhalt e.V.“ wurde 1992 auf Initiative der damaligen Landesregierung gegründet. Diese stellte auch das Grundstockvermögen in Höhe von zwei Millionen DM zur Verfügung. Bereits zu diesem Zeitpunkt war die spätere Gründung einer Stiftung geplant. Am 01. Februar 2001 erfolgte durch das damalige Ministerium für Arbeit, Frauen, Gesundheit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt die Gründung der Stiftung des bürgerlichen Rechts „Familie in Not- Sachsen- Anhalt“. Seitdem fördert das Land Sachsen-Anhalt die Personal- und Sachkosten zum Betrieb der Geschäftsstelle der Stiftung im gesamten Umfang.