Landeszentrum Wald zieht Bilanz der Waldbrandsaison 2026

Waldbrandgefahr
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Halberstadt/LZW. Wie lässt sich der vorbeugende Waldbrandschutz in Sachsen-Anhalt weiter verbessern? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Kreiswaldbrandschutzbeauftragten des Landeszentrums Wald (LZW) am 29. Oktober 2026 im Rahmen einer Dienstberatung in der Betriebsleitung in Halberstadt. Im Mittelpunkt standen die Auswertung der Waldbrandsaison 2026, die Weiterentwicklung bestehender Schutzmaßnahmen sowie neue Ansätze zur Digitalisierung und Verbesserung der Einsatzvorbereitung.

Waldbrandsaison 2026: Bilanz und Herausforderungen

In der Beratung wurde die Waldbrandsaison vom 1. März bis zum 30. Oktober 2026 ausgewertet. Insgesamt wurden 91 Brände mit einer Gesamtfläche von rund 62 Hektar registriert. Davon waren etwa 37 Hektar Waldfläche betroffen. Damit lag die Waldbrandfläche leicht über dem Durchschnitt. Maßgeblich dazu beigetragen haben zwei größere Feldbrände in Nebra und Gröningen.

Die meisten Waldbrände ereigneten sich im Landkreis Harz (30), gefolgt vom Landkreis Börde (16), dem Landkreis Wittenberg (14) und dem Altmarkkreis Salzwedel (10). Bei 53 Prozent der Brände blieb die Ursache ungeklärt. Rund 30 Prozent waren auf Vorsatz beziehungsweise Brandstiftung und elf Prozent auf Unachtsamkeit zurückzuführen. Damit ist bei einem erheblichen Teil der Brände von menschlicher Verursachung auszugehen.

Zusammenarbeit als Schlüssel zum Waldbrandschutz

Niederschlagsdefizite, hohe Temperaturen und zahlreiche Sonnenstunden sorgten zeitweise für eine hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr. Durch die gemeinsamen Anstrengungen aller Beteiligten konnte sich diese jedoch nur begrenzt in tatsächlichen Brandereignissen niederschlagen.

Ausgewählte Betreuungsforstämter berichteten über ihre Erfahrungen und Herausforderungen. Dabei wurde deutlich: Wirksamer Waldbrandschutz gelingt nur durch das enge Zusammenspiel von Forstämtern, Feuerwehren, Landwirten, Kommunen, Waldbesitzern und weiteren regionalen Akteuren.

Das Landeszentrum Wald bedankt sich bei allen Beteiligten, insbesondere bei den Einsatzkräften der Feuerwehren, für ihren engagierten Einsatz während der Waldbrandsaison 2026.

Technik und Digitalisierung stärken die Früherkennung

Ein Schwerpunkt der Beratung war die Weiterentwicklung der technischen Waldbrandfrüherkennung. In Sachsen-Anhalt kommt dafür das kameragestützte Automatische Waldbrandfrüherkennungssystem (AWFS) „FireWatch“ zum Einsatz. An 16 Standorten überwachen optische Sensoren auf Feuerwachtürmen, Funkmasten und anderen hohen Bauwerken jeweils Flächen von bis zu 700 Quadratkilometern.

Die Systeme erkennen automatisch aufsteigende Rauchentwicklungen und übermitteln verdächtige Meldungen an die Waldbrandzentrale in Annaburg. Dort werden diese geprüft und bestätigte Brandmeldungen an die zuständigen Feuerwehreinsatzleitstellen weitergegeben. So können Brandherde frühzeitig lokalisiert und Bekämpfungsmaßnahmen schnell eingeleitet werden.

Prävention und Einsatzfähigkeit weiter stärken

Die Beratung machte deutlich, dass wirksamer Waldbrandschutz mehr umfasst als die unmittelbare Brandbekämpfung. Entscheidend sind vorausschauende Prävention, eine leistungsfähige technische Infrastruktur und die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Mit den vereinbarten Maßnahmen stellt das Landeszentrum Wald wichtige Weichen, um die Waldbrandvorsorge und die Einsatzfähigkeit auch in den kommenden Jahren weiter zu stärken.