Halle/LAV. Mit Blick auf die kommende Zecken-Saison empfiehlt es sich, den eigenen FSME-Impfschutz rechtzeitig zu überprüfen. Wer jetzt mit der Grundimmunisierung beginnt, kann je nach Impfschema und individuellem Impfstatus rechtzeitig vor Beginn der wärmeren Jahreszeit im nächsten Jahr einen Impfschutz aufbauen.
Übertragung und Verbreitung
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Viren verursacht, die vor allem durch den Stich infizierter Zecken übertragen werden. Überträger in Deutschland ist insbesondere der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus).
Zecken kommen unter anderem in Wäldern, Wiesen, Gebüschen und im hohen Gras vor. In Mitteleuropa sind Zecken vor allem im Frühjahr, Sommer und Herbst aktiv; bei milden Temperaturen auch im Winter.
Verlauf der Erkrankung
Eine FSME-Infektion verläuft häufig ohne Beschwerden. Inkubationszeit nach Symptombeginn: durchschnittlich 7 bis 14 Tage, in Einzelfällen bis zu 28 Tage. Zunächst können grippeähnliche Beschwerden auftreten (Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen).
Die Erkrankung kann zweiphasig verlaufen: Nach einem beschwerdefreien Intervall kann es zu einer zweiten Krankheitsphase mit Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks kommen.
Die schwerere Verlaufsform kann neurologische Ausfälle und Lähmungen umfassen. Ein unauffälliger oder grippeähnlicher Verlauf macht FSME schwer vorhersehbar.
Es gibt keine spezifische antivirale Therapie. Daher kommt dem allgemeinen Zeckenschutz und der vorbeugenden Impfung besondere Bedeutung zu. Schätzungsweise 70 bis 95 Prozent der Infektionen verlaufen ohne Krankheitszeichen oder ohne die typische zweite Phase; schwere Verläufe sind möglich.
Risikogebiete
Ein Risiko besteht insbesondere in ausgewiesenen FSME-Risikogebieten: u. a. Kreise in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.
Sachsen-Anhalt: Halle (Saale) neu als Risikogebiet eingestuft (Dessau-Roßlau, Anhalt-Bitterfeld ebenfalls erwähnt).
Insgesamt sind in Deutschland derzeit 185 Kreise als FSME-Risikogebiete deklariert. Auch außerhalb der Risikogebiete sind einzelne FSME-Erkrankungen möglich.
Reisen und Impfung
Auch bei Reisen sollte das Infektionsrisiko berücksichtigt werden. Wer sich in Deutschland oder im Ausland in einem FSME-Risikogebiet aufhält und dort
Zeckenexposition ausgesetzt sein kann, sollte rechtzeitig prüfen, ob eine FSME-Impfung empfohlen wird.
Für die Grundimmunisierung sind in der Regel drei Impfstoffdosen erforderlich; Auffrischimpfungen richten sich nach dem verwendeten Impfstoff und dem individuellen Risiko.
Schutzmaßnahmen
Zeckenstiche möglichst vermeiden: geschlossene Kleidung, Repellents auf exponierter Haut. Nach Aufenthalten in entsprechenden Gebieten den Körper gründlich nach Zecken absuchen.