Leipzig/ver.di. Die Gewerkschaft ver.di kündigt Streiks im Regionalverkehr in Sachsen-Anhalt an. Am Freitag rollen keine Busse. Die Beschäftigten treten in den Arbeitskampf, weil die Arbeitgeber auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt haben.
Nach der zweiten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt des regionalen Nahverkehrs in Sachsen-Anhalt stehen die Zeichen auf Streik. ver.di ruft die Beschäftigten der BördeBus Verkehrsgesellschaft mbH, der Halberstädter Verkehrsgesellschaft (HVG) GmbH, der Harzer Verkehrsbetriebe, der Kreisverkehrsgesellschaft Salzland mbH, des Personennahverkehrs Burg, der Personennahverkehr mbH Genthin, der PVGS Altmarkkreis Salzwedel GmbH sowie der Stendalbus GmbH am Freitag, den 20.03.2026, zu einem ganztägigen Streik auf.
Hintergrund ist die Vertagung der Verhandlungen nach der zweiten Runde, in der von Arbeitgeberseite erneut kein Angebot vorgelegt wurde.
„Das ist Verschleppungstaktik“, sagt Verhandlungsführer Stefan Hilbig. „Nachdem wir fristgerecht im September 2025 den Rahmentarifvertrag gekündigt und Anfang Dezember 2025 unsere Forderungen übergeben haben, kam es erst auf Nachfrage zu einer ersten Verhandlungsrunde am 10. Februar 2026 – und erst fünf Wochen später zur zweiten. Da kann man erwarten, dass sich die Arbeitgeber ernsthaft mit unseren Forderungen auseinandersetzen, anstatt sie sich ein zweites Mal erläutern zu lassen.“
Die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben sind verärgert. Mit dem Streik werden die Beschäftigten des regionalen Nahverkehrs in Sachsen-Anhalt deutlich machen, dass sie es mit ihren Forderungen ernst meinen.
In der Tarifrunde geht es vor allem um Verbesserungen der Arbeitsbedingungen im regionalen Nahverkehr. So soll die maximale Dienstschichtlänge von derzeit 12,5 Stunden auf 9 Stunden reduziert werden. Außerdem sollen die Ausgleichszeiträume für Mehrarbeit und Überstunden verkürzt werden – denn die Beschäftigten brauchen ihre Erholung nicht erst nach sechs Monaten, sondern zeitnah. Zudem fordern sie 30 Tage Urlaub bereits beim Berufseinstieg, was in vielen tarifgebundenen Unternehmen längst Standard ist.
ver.di habe dem Verhandlungspartner in allen Punkten Gesprächsbereitschaft signalisiert. Dennoch wurde auch in der zweiten Runde kein Angebot vorgelegt. Die Verhandlungen wurden nun bis Mai 2026 vertagt. Auch daran zeige sich nach Auffassung der Gewerkschaft, welchen Stellenwert die berechtigten Forderungen der Beschäftigten für die Unternehmensführungen derzeit haben.