Mehr Diskriminierungsfälle in Sachsen-Anhalt registriert

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Beratungsstellen und Ministerin warnen vor Normalisierung

Magdeburg/MS. Die Antidiskriminierungsberatungsstellen in Sachsen-Anhalt haben 2025 insgesamt 322 Diskriminierungsfälle erfasst – rund 50 mehr als im Vorjahr. Die Beratungsstellen beobachten eine zunehmende Normalisierung diskriminierender und menschenfeindlicher Aussagen im öffentlichen und zwischenmenschlichen Raum.

Die Antidiskriminierungsstelle Sachsen-Anhalt registrierte 168 Fälle (+35). Besonders häufig ging es um rassistische Zuschreibungen bzw. ethnische Herkunft (47 Fälle), Mehrfachdiskriminierung (42) und Diskriminierung wegen Behinderung (25). Die meisten Vorfälle ereigneten sich bei Ämtern und Behörden (18 Prozent), am Arbeitsplatz (18 Prozent) sowie in Bildungseinrichtungen (15 Prozent).

Die Beratungsstelle ENTKNOTEN begleitete 2025 insgesamt 81 Fälle rassistischer Diskriminierung (2024: 60). Nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt wurden vermehrt migrationsfeindliche und antimuslimische Vorfälle registriert. Allein in Magdeburg wurden 45 Fälle erfasst. In Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg und Dessau-Roßlau bearbeitete die Antidiskriminierungsberatung Anhalt mehr als 56 Fälle – 15 mehr als im Vorjahr.

OFEK Sachsen-Anhalt unterstützte 2025 insgesamt 31 Ratsuchende nach antisemitischer Diskriminierung. Zwei Drittel der Fälle betrafen verbale oder digitale antisemitische Gewalt. 19 Prozent der Vorfälle ereigneten sich an Hochschulen, 16 Prozent an Schulen.

Sozialministerin Petra Grimm-Benne bezeichnete Diskriminierung als „Gift für das Zusammenleben“ und betonte die Bedeutung von Beratungs- und Bildungsangeboten. Die Beratungsstellen bieten unter anderem vorjuristische Unterstützung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) an.

Bilanzbericht unter https://antidiskriminierungsstelle-sachsen-anhalt.de/ressourcen-fuer-sie/