Halle/SSPk. Im Geschäftsgebiet der Saaleparkasse kommt es derzeit vermehrt zu betrügerischen Anrufen bei Kundinnen und Kunden. Die Täter versuchen dabei gezielt, an Bargeld, Bankkarten oder Wertgegenstände zu gelangen. Dafür nutzen sie eine bekannte Masche – allerdings in neuer Form: Die mediale Aufmerksamkeit um die Schließfach-Diebstähle im Fall der Sparkasse Gelsenkirchen wird bewusst instrumentalisiert, um ihre Opfer zu verunsichern.
Am Telefon geben sich die Betrüger sehr überzeugend als Mitarbeitende der Polizei, der Kriminalpolizei oder der Sparkasse aus. Sie lenken das Gespräch gezielt auf aktuelle Medienberichte zur Schließfachsicherheit und spinnen daraus eine glaubwürdige Geschichte über angebliche Risiken für Saaleparkassen-Kundinnen und -Kunden. So versuchen sie, ihr erfundenes Szenario einer angeblich notwendigen Sicherstellung glaubhaft erscheinen zu lassen. Ziel ist es immer, die Betroffenen zu verängstigen, unter massiven Druck zu setzen und zu sofortigem Handeln zu bewegen – etwa Bargeld abzuheben, Schließfächer zu leeren oder Karten und Zugangsdaten auszuhändigen.
Vorgehensweise der Täter
Die Betrüger behaupten unter anderem:
- das Schließfach sei nicht sicher,
- die Schließfachversicherung sei abgelaufen,
- es liefen polizeiliche Ermittlungen gegen die Bank,
- auf dem Konto befinde sich Falschgeld
Die Täter agieren hochgradig strukturiert und psychologisch geschult. Sie erzeugen Angst und Zeitdruck, verhindern Rückrufe oder Rücksprachen mit Angehörigen und halten ihre Opfer teils über Stunden in der Telefonleitung. Dabei werden die Betroffenen massiv unter Druck gesetzt, sofort zu handeln – etwa unverzüglich Geld in höheren Beträgen abzuheben, Schließfächer zu leeren und Wertgegenstände umgehend an angeblich autorisierte Personen zu übergeben. Zur Verstärkung der Glaubwürdigkeit wird häufig eine angebliche Echtzeit-Beobachtung durch Polizeikräfte vorgetäuscht, bei der die Opfer über die gesamte Strecke vom Wohnort bis zur Bank in der Leitung bleiben. In Einzelfällen treten zusätzlich Komplizen im Umfeld von Filialen oder SB-Bereichen auf, um die frei erfundene Geschichte zu untermauern und den Druck auf die Opfer zu erhöhen.
Klare Botschaft
Weder die Sparkasse noch die Polizei fordern Kunden auf:
- ihre PIN preiszugeben,
- Bankkarten auszuhändigen,
- Bargeld oder Wertgegenstände zu übergeben,
- Konten leerzuräumen oder Schließfächer zu öffnen
Als dringende Verhaltensregel bei solchen Anrufen gilt: - das Telefonat sofort beenden – auch wenn Druck ausgeübt wird,
- keine weiteren Anrufe dieser Nummer annehmen,
- Kontakt zur Polizei sowie zur Sparkasse aufnehmen über die offizielle Rufnummer 0345 232-1400
Diebstahl von Geldbörsen und Bankkarten
Seit Anfang Dezember letzten Jahres kommt es zudem vermehrt zu Diebstählen von Geldbörsen und Bankkarten, insbesondere in Supermärkten und Discountern. Die Täter nutzen gezielt unachtsame Momente aus, wenn Kunden ihre Tasche unbeaufsichtigt liegen lassen. Das Problem: In fast allen Fällen befanden sich notierte PIN-Nummern in den Geldbörsen.
Das kann man verhindern
- Wertgegenstände stets eng am Körper tragen,
- Taschen und Geldbörsen nie unbeaufsichtigt lassen,
- PIN-Nummern niemals notieren und mit Karten aufbewahren