Ferienzeit ist Reisezeit: Gut vorbereitet in den Urlaub starten

Impfung
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Halle/LAV. Das Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt (LAV) informiert, wie Sie gesund und entspannt weltweit reisen. Spannende Tipps, Risikozonen, Planungshilfen und hilfreiche Checklisten warten. Ob Familienurlaub in der fernen Karibik, eine Safari in Afrika als frisch verheiratetes Paar oder auch eine Schiffsreise mit Landgang im wohlverdienten Ruhestand – ferne Länder und Kulturen bieten im Urlaub unvergessliche Erlebnisse.

Impfschutz überprüfen

Damit die Reise aber nicht wegen einer Reiseerkrankung unvergesslich bleibt, sondern wegen der erfreulichen Erfahrungen und Begegnungen, sollten Sie neben allen anderen Vorbereitungen auch Ihren Impfschutz rechtzeitig vor Reisebeginn überprüfen lassen. Damit können Sie vor einer geplanten Reise einen wertvollen Beitrag zu Ihrer Gesundheit und der Ihrer Familie leisten. Viele Infektionskrankheiten, die in Deutschland gar nicht oder nur vereinzelt vorkommen, sorgen in anderen Weltregionen regelmäßig für Erkrankungen sowohl bei der einheimischen Bevölkerung als auch bei Reisenden.

Die Malaria und das Denguefieber sind die am häufigsten von Reiserückkehrern nach Deutschland mit zurückgebrachten Infektionskrankheiten. Aber auch vor der eigenen Haustür gibt es Gebiete mit einem erhöhten Risiko für Infektionen, zum Beispiel die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), welche von Zecken übertragen werden kann – vor allem in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen.

In diesem Zusammenhang weist das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem Epidemiologischen Bulletin jährlich im Frühjahr die aktuellen FSME-Risikogebiete in Deutschland aus.

Im Anfang Juli erschienenen Epidemiologischen Bulletin 27/2026 hat die Ständige Impfkommission des RKI (STIKO) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e. V. (DTG) seine aktualisierten Empfehlungen zu Reiseimpfungen veröffentlicht.

Wesentliche Neuerungen betreffen insbesondere die Impfempfehlungen zu Chikungunya und Poliomyelitis. Gegen Chikungunya wird eine Impfung bei Personen ab 12 Jahren empfohlen, die in Gebiete mit aktuell bekanntem Ausbruchsgeschehen reisen wollen.
Bei längeren Aufenthalten von vier Wochen oder mehr sowie bei wiederholten Kurzaufenthalten in Chikungunya-Endemiegebieten wird Personen mit einem erhöhten Risiko für schwere oder chronische Krankheitsverläufe eine Impfung empfohlen. Dazu zählen insbesondere Reisende ab 60 Jahren sowie Menschen mit chronischen Vorerkrankungen.
Ein altersentsprechender Impfschutz gegen Poliomyelitis wird unabhängig von jeder Reise empfohlen. Bei Reisen in Gebiete mit bestehendem, bekanntem Risiko für eine Poliomyelitis kann ein unvollständiger oder nicht aktueller Impfschutz zu Problemen bei der Ausreise führen.

Für die Impfung gegen Denguefieber gilt weiterhin eine Besonderheit: Sie wird ausschließlich Personen empfohlen, die bereits eine laborbestätigte Denguefieber-Erkrankung durchgemacht haben.

Welche Impfungen für Sie und Ihre Angehörigen sinnvoll und sogar vorgeschrieben sein könnten, da sonst die Ein- oder Ausreise verwehrt werden kann, hängt vom Reiseziel, von der Art der Reise, der Aufenthaltsdauer und Ihrem persönlichen Gesundheitszustand ab. Unabhängig davon sollte vor einer geplanten Auslands- bzw. Inlandsreise der allgemeine Impfstatus überprüft werden. Planen Sie daher Ihre reisemedizinische Beratung frühzeitig. Einige Impfstoffe müssen in mehreren Gaben und in bestimmten Zeitabständen verabreicht werden, damit sich ein vollständiger Immunschutz aufbauen kann. Idealerweise sollten Sie sich mindestens vier bis sechs Wochen vor einer geplanten Reise beraten lassen. Auch wer kurzfristig verreist, sollte dies tun, denn in manchen Fällen können sinnvolle Impfungen dennoch durchgeführt und versäumte Impfungen nachgeholt werden. Eine reisemedizinische Beratung wird in Sachsen-Anhalt in qualifizierten Hausarztpraxen, Gesundheitsämtern sowie im Landesamt für Verbraucherschutz angeboten.

Für spezielle Impfungen wie etwa Gelbfieber sind dafür ausgewiesene Gelbfieberimpfstellen zuständig. Viele der gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen ganz oder teilweise die Kosten gewünschter Reiseimpfungen. Versicherte sollten sich in jedem Fall vorher bei ihrer Krankenkasse über die Möglichkeiten der Kostenerstattung informieren. Dies gilt ebenso für Versicherte von privaten Krankenversicherungen.