Halle/StatLa. Nach aktuellen Schätzungen werden die Landwirtinnen und Landwirte 2026 in Sachsen-Anhalt 3,21 Mio. t Getreide (ohne Körnermais und Corn-Cob-Mix) und 0,36 Mio. t Winterraps einfahren. Damit liegt nach Angaben des Statistischen Landesamtes die geschätzte Erntemenge beim Getreide um 9,2 % und beim Winterraps um 14,7 % unter der des Vorjahres. Der Hektarertrag bei Getreide sank gegenüber dem Vorjahr um 6,5 % auf 67,3 dt/ha.
Winterweizen dominiert
Winterweizen war mit einer Anbaufläche von 287 600 ha und einer Erntemenge von 1,98 Mio. t nach wie vor die wichtigste Acker- und Getreidekultur in Sachsen-Anhalt. Insgesamt entsprach das einem Anteil von 61,6 % an der gesamten Getreideernte. Gegenüber dem Vorjahr wurden 12,6 % weniger Erntemenge und 5,1 % weniger im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt (2020/25) eingefahren.
Ertrag bei Raps gesunken
Bei Winterraps sank der Hektarertrag um 17,4 % auf 28,1 dt/ha. Landesweit betrug die Ackerfläche zur Ernte 2026 bei Winterraps 127 700 ha.
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Die Ergebnisse stammen aus der Betriebsberichterstattung (EBE) und dem 1. Vorläufigen Ergebnis der Besondere Ernte- und Qualitätsermittlung. Erstmals wird Roggen ohne Wintermenggetreide ausgewiesen, somit beruhen die Vergleiche mit 2025 auf geschätzten Werten für das Jahr 2025.
Das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt meldet in seinen Zusatzinformationen zur diesjährigen Ernte: Die Ursachen für Probleme durch ein erhöhtes Auftreten von Schädlingen und anderen Schadursachen liegen im Klimawandel mit langen, milden Herbst- und Wintermonaten, fehlender Beize bzw. eingeschränkter Wirkstoffpalette. Abiotische Faktoren, wie regionale Spätfröste während der Blüte sowie außergewöhnliche hohe Temperaturen Ende Juni und Mitte Juli haben die Kornfüllung im Getreide sowie die Bildung der Rapsschoten negativ beeinflusst, es wurden teilweise nur wenige und kleine Körner gebildet. Die hohen Temperaturen Ende Juli und Anfang August wirken sich nun negativ auf die Hackfrüchte (Zuckerrübe, Kartoffeln) und den Mais aus, so dass auch hier Auswirkungen auf Ertrag und Qualität zu erwarten sind.