GRÜNE Sachsen-Anhalt: Der Wolf gehört in den Schutz, nicht ins Visier

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Magdeburg. B’90. In der Anhörung zur Novelle des Landesjagdgesetzes im Landwirtschaftsausschuss wird deutlich, wie schnell in Sachsen-Anhalt aus Verantwortung Symbolpolitik wird. Teile der Koalition drängen darauf, den streng geschützten Wolf künftig ins Jagdrecht zu überführen. Das ist ein gefährlicher Kurswechsel, der weder Weidetierhalterinnen und Weidetierhaltern hilft noch den Artenschutz stärkt.

Doch bei der Anhörung glänzt das Umweltministerium durch Abwesenheit. Wolfgang Aldag, umweltpolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, kritisiert: „Im Ausschuss hat das Umweltministerium keine Haltung gezeigt. Schweigen ist keine Strategie. Konflikte mit geschützten Arten löst man nicht mit dem Gewehr, sondern mit konsequentem Herdenschutz und einer Verwaltung, die Verantwortung übernimmt. Sachsen-Anhalt braucht Lösungen, die Sicherheit geben, für Menschen, Tiere und Natur.“

Aldag kritisiert: „Wer Sicherheit für die Weidetierhaltung will, muss den Herdenschutz stärken, statt den Wolf zum Abschuss freizugeben. Wir brauchen kompetente Beratung vor Ort und schnelle, unbürokratische Entschädigungen. Und das nicht erst nach Nutztierrissen, sondern präventiv und flächendeckend.“

Besonders alarmierend ist der Vorstoß, Wolfsmanagement und Monitoring aus der Fachzuständigkeit des Umweltressorts herauszulösen und den Jagdbehörden zuzuweisen. Noch sieht der Entwurf die Managementplanung beim Umweltministerium. Die Landesregierung muss jetzt klarstellen, dass Artenschutz nicht zur Verhandlungsmasse wird. Aldag fordert: „Die Zuständigkeit für Managementpläne und die Beurteilung des günstigen Erhaltungszustands muss in der Verantwortung des Umweltministeriums bleiben.“