53 Millionen Euro für klimaresiliente Wasserversorgung
Halle. SWH/HWS. Der Klimawandel stellt die Trinkwasserversorgung durch zunehmende Hitze- und Dürrephasen sowie steigende Wasserbedarfe vor neue Herausforderungen. Das Wasserwerk Beesen im Süden von Halle (Saale) wird deshalb bis 2030 zu einem Spitzenlastwasserwerk umgerüstet. Bund und Land Sachsen-Anhalt unterstützen das Vorhaben mit insgesamt 53,07 Millionen Euro. Am Donnerstag überreichten Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann den Förderbescheid.
Von den Fördermitteln stammen 41,57 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und 11,5 Millionen Euro aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes. Insgesamt kostet der Umbau rund 65 Millionen Euro.
Mehr Kapazitäten für Trocken- und Hitzephasen
„In Hitzewochen sind die Wassergewinnungskapazitäten der großen Fernwasserversorger […] bereits bis zu 97 Prozent ausgelastet“, erklärt Matthias Lux, Aufsichtsratsvorsitzender der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH. Zusätzliche Aufbereitungskapazitäten seien daher notwendig, um die Versorgung auch in langen Trockenphasen sicherzustellen und künftige Industrieansiedlungen zu ermöglichen.
Minister Armin Willingmann bezeichnet den Umbau als wichtigen Schritt für eine zukunftsfeste und klimaresiliente Wasserversorgung im Süden Sachsen-Anhalts. Auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil betont die Bedeutung des Projekts für die Versorgungssicherheit und die wirtschaftliche Entwicklung der Region.
Bis zu 20.000 Kubikmeter Wasser pro Tag
Das Projekt wurde in den vergangenen Jahren technisch geplant und genehmigungsrechtlich vorbereitet. Die Bauarbeiten können im September beginnen. Ab 2030 soll das Wasserwerk bei Bedarf kurzfristig seine maximale Leistung von 20.000 Kubikmetern pro Tag bereitstellen.
Das in Beesen aus rund 250 Brunnen in der Saale-Elster-Aue gewonnene Trinkwasser wird vollständig in das Netz der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz eingespeist. Damit steht es dem gesamten Süden Sachsen-Anhalts zur Verfügung und kann über bestehende Netzverbindungen bei Bedarf auch das Versorgungsgebiet der Trinkwasserversorgung Magdeburg unterstützen.
Nachhaltige Nutzung des Altstandorts
Für den Umbau wird die vorhandene Bausubstanz des alten Wasserwerks vollständig genutzt. Dadurch fällt der CO₂-Fußabdruck rund 30 Prozent geringer aus als bei einem Neubau.
Das Wasser wird so aufbereitet, dass es dem Härtegrad des Wassers aus der Rappbodetalsperre entspricht und problemlos mit anderen Wasserqualitäten gemischt werden kann.
Fertigstellung bis 2030 geplant
Mit der Übergabe des Förderbescheids sind die Voraussetzungen für den Baubeginn geschaffen. Der Bauzeitenplan sieht vor, dass das Wasser aus Beesen ab 2030 zur Stabilisierung der Trinkwasserversorgung in Sachsen-Anhalt beiträgt.
Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt hebt die Bedeutung des Projekts für Halle und die Region hervor: Das Spitzenlastwasserwerk schaffe zusätzliche Sicherheit für Menschen und Unternehmen und verbinde Versorgungssicherheit mit wirtschaftlicher Entwicklung. Er dankte Bund, Land und allen Beteiligten für die gemeinsame Umsetzung.