Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt ruft Mitglieder zum Protesttag auf

Streik Apotheke
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Magdeburg/LAV. Der Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt e.V. (LAV) ruft seine Mitglieder zur Teilnahme am bundesweiten Protesttag der Apothekerschaft am 23. März 2026 auf. Es soll ein klares Signal für die dringend benötigte Honorarerhöhung und gegen weitere Apothekenschließungen erfolgen.

Der Verband rechnet mit einer breiten Teilnahme seiner Mitgliedsapotheken. Die Apotheken im Land sollen daher am Montag, 23. März 2026, weitgehend geschlossen bleiben.

Die Versorgung der Bevölkerung wird über die Notdienstapotheken sichergestellt.
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Die Apothekenteams werden in großer Zahl bei einer zentralen Protestkundgebung in Berlin erwartet, die für die Apotheken Mitteldeutschlands organisiert wird. Weitere Demonstrationen werden zeitgleich in München, Düsseldorf und Hannover stattfinden.

Im November 2023 hatten bereits 3.500 Apothekerinnen und Apotheker aus Brandenburg, Dresden, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt eine Kundgebung auf dem Theaterplatz vor der Semperoper in Dresden organisiert. Sie setzten ein deutliches Zeichen gegen den ungebremsten Wegfall von immer mehr wohnortnahen Apotheken. „Wir führen diesen Protest nun bundesweit fort, weil immer noch keine Anpassung unserer Honorare erfolgt ist. Die Kosten schießen ungebremst in die Höhe und immer mehr Apotheken müssen aufgeben, weil sich ihre Apotheke nicht mehr wirtschaftlich betreiben lässt“, benennt Mathias Arnold, Vorsitzender des Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt e.V. (LAV) Gründe für die erneuten Apothekenschließungen. Doch hauptsächlich leiden schon heute die Patienten, für die die Wege immer weiter werden. Zusätzlich können längere Wartezeiten in der Apotheke entstehen, wenn immer weniger Apotheken immer mehr Patienten versorgen müssen.

Mit dem Protest fordern die Apotheken die Bundesregierung und die Regierungsfraktionen auf, ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag endlich einzulösen. Qualität und Versorgungssicherheit gibt es nicht zum Nulltarif. „Wir demonstrieren für ein Honorar, das die wirtschaftliche Realität widerspiegelt und den Fortbestand unserer Apotheken sichert.“ Seit über 13 Jahren fehlt eine Anpassung des Apothekenhonorars. Während Personal-, Energie- und Sachkosten seit 2013 um rund 65 Prozent gestiegen sind, stagniert die Vergütung pro abgegebener Arzneimittelpackung weiterhin bei 8,35 Euro. „Der Koalitionsvertrag sieht eine Erhöhung auf 9,50 Euro vor – eine Umsetzung steht jedoch weiterhin aus. Hier muss die Politik zügig liefern.“

Der LAV setzt sich mit seinen Mitgliedsapotheken für die unabhängige Beratung von Patientinnen und Patienten, Gesundheitsprävention und die sichere Abgabe von Arzneimitteln ein. In Sachsen-Anhalt gibt es 539 öffentliche Apotheken. Der Verband vertritt die wirtschaftlichen und politischen Interessen seiner Mitglieder.