Halle. SWH/HWS. Die erfolgreiche interkommunale Kooperation in der Abwasserentsorgung zwischen der Stadt Halle (Saale) und dem Abwasserzweckverband (AZV) Elster-Kabelsketal geht in die nächste Runde: Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt und AZV-Geschäftsführer Reinhard Stahl haben die Verlängerung der Zweckvereinbarung zur Übertragung der Aufgabe der Abwasserbeseitigung unterzeichnet. Die Vereinbarung sichert die gemeinsame Entsorgung der Gemeinden Kabelsketal und Schkopau durch die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS) nun langfristig bis zum 31. Dezember 2045.
Grundlage der Unterzeichnung ist ein Beschluss des halleschen Stadtrates vom 26. November 2025, mit dem der Rat den Oberbürgermeister ausdrücklich zur Verlängerung der Zweckvereinbarung ermächtigte. Damit bekannte sich das Stadtparlament klar zur Fortführung dieser über viele Jahre bewährten Form der Stadt-Umland-Kooperation. Gleichfalls stimmte auch die Verbandsversammlung einstimmig der Verlängerung der Zweckvereinbarung zu und legitimierte damit ihren Verbandgeschäftsführer.
Mehr als 15 Jahre gelebte Partnerschaft
Die Zusammenarbeit zwischen Halle und dem AZV hat eine lange und erfolgreiche Geschichte: Seit dem 1. Januar 2004 kooperieren beide Seiten im Bereich der Abwasserentsorgung. Im Jahr 2015 wurde die Kooperation wesentlich vertieft – die Aufgabe der Abwasserbeseitigung in den Gemeinden Kabelsketal und Schkopau wurde vollständig auf die Stadt übertragen und operativ durch die HWS umgesetzt. Diese Partnerschaft hat sich seither in jeder Hinsicht bewährt.
„Wir freuen uns sehr, diese so erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Stadt Halle fortzusetzen und weiterzuentwickeln. Über mehr als 15 Jahre haben wir gemeinsam bewiesen, dass Stadt und Umland in einem so wichtigen Bereich wie der Daseinsvorsorge zum gegenseitigen Nutzen kooperieren können. Diese Vereinbarung ist ein klares Bekenntnis zu einer verlässlichen und zukunftsfähigen Infrastruktur für die Menschen in unseren Gemeinden”, sagte Reinhard Stahl, Geschäftsführer des AZV Elster-Kabelsketal, anlässlich der Unterzeichnung.
Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt betonte die Bedeutung der Kooperation für die gesamte Region: „Die Verlängerung dieser Zweckvereinbarung ist ein starkes Signal für die interkommunale Zusammenarbeit in der Metropolregion Mitteldeutschland und im Herzen des Südens des Landes. Wir zeigen, dass Halle als Oberzentrum nicht nur für seine eigenen Bürgerinnen und Bürger Verantwortung trägt, sondern gemeinsam mit der Region tragfähige Lösungen für die Zukunft gestaltet. Diese Partnerschaft kann Vorbildcharakter für andere Kooperationen im Land haben.”
Synergien nutzen – Kosten senken – Qualität sichern
Im Mittelpunkt der Vereinbarung steht die operative Aufgabenerfüllung durch die HWS als erfahrener Konzessionär. Das Unternehmen bündelt sämtliche Ressourcen – von qualifiziertem Fachpersonal über moderne Spülfahrzeuge und Laborkapazitäten bis hin zu leistungsfähigen Kläranlagen, Kanälen und Rohrnetzen – und setzt diese effizient für das gesamte Entsorgungsgebiet ein.
„Als kompetenter Dienstleister im Abwasserbereich für die ganze Region erfüllen wir konzentriert die Aufgaben der Abwasserentsorgung im Gebiet der Stadt und des AZV. Diese Form, der seit langem erfolgreich praktizierten Zusammenarbeit, entspricht nicht nur dem Leitbild des Landes Sachsen-Anhalt, sondern ermöglicht uns, im Verbandsgebiet des AZV effizienter auf demografische Veränderungen zu reagieren und schafft die Voraussetzung, langfristig Kostenersparnisse für das gesamte Entsorgungsgebiet zu generieren”, erklärte Peter Günther, Geschäftsführer der HWS.
Die Kooperation schafft Vorteile auf mehreren Ebenen:
- Synergieeffekte: Vorgehaltenes Fachpersonal, Technik (u. a. Spülfahrzeuge, Labore) und Anlagen (Kläranlagen, Kanäle, Rohrnetze) werden gemeinsam genutzt und optimal ausgelastet.
- Wirtschaftlichkeit: Langfristig planbare Zusammenarbeit in den Bereichen Abrechnungssysteme, Kreditmanagement und Investitionstätigkeit schafft dauerhafte Effizienzgewinne.
- Infrastruktursicherheit: Die Kläranlage Halle-Nord mit einer Kapazität von 340.000 Einwohnerwerten wird langfristig ausgelastet, was sich positiv auf die Abwasserpreise im gesamten Entsorgungsgebiet auswirkt.
Vorbildrolle für die Region
Die Verlängerung der Zweckvereinbarung bis 2045, im Gleichlauf mit dem ebenfalls neu abgeschlossenen Konzessionsvertrag zwischen der Stadt und der HWS, schafft die Planungssicherheit, die für Investitionen in eine zukunftsfähige Abwasserinfrastruktur notwendig ist. Beide Vertragspartner sind überzeugt, dass diese Form der interkommunalen Zusammenarbeit als Blaupause für andere Kooperationen zwischen Städten und ihrem Umland im Land Sachsen-Anhalt dienen kann.
Der AZV Elster-Kabelsketal mit Sitz in der Region Halle/Saalekreis regelt die öffentliche Abwasserbeseitigung in den Gemeinden Kabelsketal (Ortschaften Gröbers, Großkugel und Dieskau) und Schkopau (Ortsteile Lochau, Döllnitz, Raßnitz, Röglitz und Burgliebenau).