Halle/UMH. Schnelle Entscheidungen, spezialisierte Expertise und eng abgestimmte Behandlungswege sind für schwer erkrankte Patientinnen und Patienten entscheidend: Mit dem neuen Zentrum für Intensivmedizin (ZIM) bündelt die Universitätsmedizin Halle ab dem 1. Oktober 2026 ihre intensivmedizinischen Kompetenzen zur Verbesserung der Patientenversorgung.
Strukturelle Bündelung der Intensivmedizin
Das ZIM besteht aus sechs High-Care- und zwei Intermediate-Care-Stationen mit insgesamt 128 Betten, die zukünftig unter einem gemeinsamen Dach geführt werden. Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegefachpersonen der Fachrichtungen Anästhesiologie, Neurologie, Innere Medizin, Chirurgie und Pädiatrie behandeln gemeinsam schwer erkrankte Patientinnen und Patienten nach einheitlichen medizinischen Standards. Das Zentrum vernetzt dazu die vorhandenen Strukturen, Kompetenzen und Behandlungsmöglichkeiten der Universitätsmedizin Halle zu einem starken gemeinsamen Versorgungsverbund. „Mit der Zentrumsgründung stellt die Universitätsmedizin Halle die Weichen für eine Intensivmedizin, die vernetzt denkt, gemeinsam handelt und über die Grenzen einzelner Fachdisziplinen hinauswirkt“, sagt PD Dr. Matthias Janda, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Halle (Saale). „Von Beginn an erfüllen wir damit auch die Kriterien für die angestrebte Zertifizierung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss.“
Vorteile für Patientinnen und Patienten
Für Patientinnen und Patienten ergeben sich daraus spürbare Vorteile. Insbesondere bei komplexen Krankheitsverläufen, an denen unterschiedliche Fachbereiche beteiligt sind, kann eine effiziente Zuweisung der Spezialistinnen und Spezialisten wichtige Prozesse beschleunigen. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen und die Behandlung kann präziser auf die individuelle Situation der Patientinnen und Patienten abgestimmt werden. „Moderne Intensivmedizin ist Teamarbeit auf höchstem Niveau. Mit dem ZIM schaffen wir Strukturen, in denen unsere Expertinnen und Experten noch enger zusammenarbeiten und ihre Kompetenzen gezielt für die Patientinnen und Patienten einsetzen können“, erklärt PD Dr. Janda. „Gleichzeitig stärken wir als universitärer Maximalversorger damit auch die regionale Steuerung und Versorgung intensivpflichtiger Patientinnen und Patienten im Flächenland Sachsen-Anhalt.“ Um die Zusammenarbeit über Fach- und Klinikgrenzen hinweg zu optimieren, werden einheitliche Behandlungspfade und Verfahrensstandards etabliert. Darüber hinaus sind interdisziplinäre Fallkonferenzen geplant. Ärztliche Intensivkoordinatorinnen und -koordinatoren stimmen zukünftig Aufnahme- und Verlegungsprozesse innerhalb des Universitätsklinikums, aber auch mit peripheren Krankenhäusern ab. Patientinnen und Patienten profitieren von der rund um die Uhr sichergestellten Aufnahmebereitschaft, einer Reduktion von Versorgungsbrüchen und einer Behandlung nach einheitlich hohen Qualitätsstandards.
Telemedizin und wissenschaftliche Weiterentwicklung
Ein wesentlicher Fokus des ZIM liegt außerdem auf dem Ausbau telemedizinischer Angebote. „Hoch spezialisierte intensivmedizinische Expertise darf nicht an räumliche Grenzen gebunden sein“, sagt Prof. Dr. Michael Bucher, Direktor der Universitätsklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin. „Mit einer telemedizinischen Infrastruktur bringen wir Wissen und Erfahrung dorthin, wo sie gebraucht werden, um Patientinnen und Patienten optimal zu versorgen.“
Neben der unmittelbaren Patientenversorgung werden durch das ZIM auch die Bereiche Qualitätssicherung, Fort- und Weiterbildung sowie Forschung gestärkt. Die Bündelung der Kompetenzen zielt darauf ab, die Übertragung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die klinische Praxis zu beschleunigen und eine gezielte Weiterbildung der Mitarbeitenden zu ermöglichen.