Halle/B’90. Wenn in Halle über Verkehr diskutiert wird, geht es meistens ums Auto und inzwischen oft auch ums Fahrrad. Wer zu Fuß unterwegs ist, kommt in diesen Debatten selten vor, obwohl Zufußgehen die häufigste Art ist, sich in der Stadt fortzubewegen. Laut der Verkehrsbefragung „Mobilität in Städten – SrV 2023″ der TU Dresden legen die Hallenser:innen 38 Prozent ihrer Wege innerhalb der Stadt hauptsächlich zu Fuß zurück, mit dem Auto sind es knapp 26 Prozent.
Wie viel es zu Halles Fußwegen zu besprechen gibt, hat sich am Sonntag beim Tag der offenen Tür im Ratshof gezeigt. In der dritten Etage hatte die Stadtratsfraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN eine Stadtkarte vorbereitet, auf der Besucher:innen mit Klebepunkten markieren konnten, wo sie im Alltag zu Fuß nicht gut vorankommen oder sich unsicher fühlen. Viele kamen darüber mit den bündnisgrünen Stadträt:innen ins Gespräch.
Markiert wurden zum Beispiel Gehwege, die von Hecken und Sträuchern so zugewachsen sind, dass man kaum noch durchkommt, und Stellen, an denen parkende Autos den Gehweg versperren. Mehrere Punkte betreffen außerdem Wege ohne ausreichende Beleuchtung, die viele Kinder als Schulweg nutzen.
„Fußwege laufen in der Kommunalpolitik oft nur nebenher “, sagt Fraktionsvorsitzende Melanie Ranft. „Dabei hängt für viele Menschen genau davon ab, wie sicher sie im Alltag unterwegs sind. Wer mit Rollator, Kinderwagen oder Rollstuhl vor einem zugeparkten Gehweg steht, muss auf die Fahrbahn ausweichen. Wenn Kinder in den kommenden Monaten morgens wieder im Dunkeln zur Schule oder zur Haltestelle gehen, ist ein Weg ohne Licht ein echtes Risiko. Die Hinweise vom Sonntag zeigen uns sehr konkret, wo wir ansetzen müssen.”
Die Fraktion wertet die Karte jetzt aus und bringt die Themen in ihre Arbeit im Stadtrat und in den Ausschüssen ein. Allen, die am Sonntag in die dritte Etage gekommen sind und von ihren Wegen durch die Stadt erzählt haben, dankt die Fraktion herzlich.