Arbeitskampfmaßnahmen werden nicht mehr ausgeschlossen
Leipzig/verdi. Die vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di bedauert, dass die Tarifverhandlungen am Carl-von-Basedow Klinikum Saalekreis nach zwei Verhandlungsrunden und mehreren Vermittlungsgesprächen zu keiner Einigung gekommen sind.
Ver.di fordert für seine Mitglieder die Entgelte analog zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Aktuell liegen die Löhne des Haustarifvertrags am Klinikum circa acht Prozent hinter dem TVöD. Die Besonderheit ist, dass es noch circa 200 Beschäftigte am Klinikum gibt die unter den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst fallen und somit es eine Gehaltsschere unter den Beschäftigten gibt, die deutlich auseinandergeht.
„Die Schere zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst muss geschlossen werden“ fordert die zuständige Gewerkschaftssekretärin Ulrike Lorenz. „Wir sind uns durchaus bewusst, dass die aktuelle politische Lage zu Schwierigkeiten führen kann. Um dem Gerecht zu werden, haben wir unsere Forderungen auch angepasst und in den Verhandlungen mindestens Entgeltsteigerungen von 2,8 Prozent gefordert und das bei einer überschaubaren Laufzeit“ so Lorenz weiter.
Die Arbeitgeberseite hat zuletzt lediglich die Steigerung von Zulagen für Wechselschichtarbeit und Schichtarbeit angeboten.
„Das Angebot ist gut gemeint, aber fällt so minimal aus und würde nur für bestimmte Berufsgruppen greifen. Das können wir nicht machen. Es braucht nachhaltige Entgeltsteigerungen für alle Beschäftigten am Carl-von-Basedow Klinikum“ stellt Lorenz klar.
Die Geschäftsführung macht immer wieder deutlich, dass bei einer negativen Ertragssituation eine Insolvenz nicht auszuschließen sei. Dies hält ver.di für vorgeschoben, da nach unserem Kenntnisstand das Wirtschaftsjahr 2025 zumindest mit einer schwarzen Null abgeschlossen wurde.
„Sollte die wirtschaftliche Situation so dramatisch sein wie mehrfach in den Verhandlungen angedeutet, haben wir der Arbeitgeberseite angeboten, uns zu Verhandlungen über einen sogenannten Notlagentarifvertrag aufzufordern“, so Lorenz weiter.
Die Geschäftsführung hat ver.di bisher nicht zu einem Notlagentarifvertrag aufgefordert, somit geht ver.di aktuell von einem solventen Unternehmen aus, welches Entgeltsteigerungen, wenn auch im kleineren Maße als gefordert, umsetzen kann. Da dies nicht der Fall ist und auch auf Kompromissangebote nicht eingegangen wird, schließt ver.di aktuell Arbeitskampfmaßnahmen im Sommer nicht mehr aus. Wann diese stattfinden werden, obliegt nun der Planung der Tarifkommission.
Weitere Verhandlungstermine sind nicht vereinbart wurden.