Halle/PSt. Der Süden der Stadt Halle (Saale) hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten in erheblichem Umfang von öffentlichen Investitionen, Städtebaufördermitteln, verkehrlichen Großprojekten, sozialen Infrastrukturmaßnahmen und quartiersbezogenen Aufwertungen profitiert. Besonders hervorzuheben sind die seit dem Jahr 2000 eingesetzten rund 35,7 Mio. Euro Städtebaufördermittel in den Fördergebieten Südstadt und Silberhöhe, plus weitere schon bewilligte rund 5,6 Mio. Euro, die bereits bzw. demnächst realisiert werden. Im Stadtbahnprogramm wurden zudem im Süden rund 80 Mio. Euro investiert, weitere Stadtbahnmaßnahmen mit einem Volumen von rund 111 Mio. Euro sind geplant. Hinzu kommen zahlreiche Investitionen in Spielplätze, Wege, Straßen, Unterführungen, Kitas, Schulen, Sport- und Gemeinwesen-Einrichtungen, sowie die städtebauliche Stabilisierung durch Rückbau, Freiraumentwicklung, Wohnungsneubau und Nahversorgungsangebote.
Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt: „Vor diesem Hintergrund sind die im Zusammenhang mit der Diskussion um das wegen Brandschutzmängeln geschlossene Südstadt-Center verschiedentlich geäußerten Aussagen, der Süden der Stadt sei über Jahre hinweg nicht berücksichtigt worden, sachlich nicht richtig. Vielmehr zeigt sich, dass sowohl die Südstadt als auch die Silberhöhe über einen langen Zeitraum hinweg Gegenstand einer gezielten und fortlaufenden Entwicklungspolitik der Stadt Halle (Saale) sowie der Städtebauförderung waren und weiterhin sind.“
Gleichwohl nimmt der Oberbürgermeister die Sorgen der Einwohner in Halles Süden sehr ernst. Am Freitag, 27. März 2026, ist er der Einladung der Initiatoren einer weiteren Demonstration gefolgt, die den Erhalt des Südstadt-Center fordern. In einem Gespräch stellte sich Dr. Alexander Vogt den Fragen der Einwohnerinnen und Einwohner, die unter anderem ein größeres Engagement der Stadt in der Südstadt und der Silberhöhe fordern.
Einzelne Maßnahmen der vergangenen Jahre in Südstadt und Silberhöhe
Fördergebiet Silberhöhe
Im Fördergebiet Silberhöhe wurden in den vergangenen Jahren umfangreiche Maßnahmen in den Bereichen Städtebau, öffentlicher Raum, Verkehrsinfrastruktur, soziale Infrastruktur sowie Quartiersentwicklung umgesetzt.
- Im Bereich der öffentlichen Räume und Freianlagen sind insbesondere zu nennen: Die Straßenumgestaltung Karlsruher Allee mit der Erneuerung von Fuß- und Radwegen sowie der Pflanzung von Alleebäumen, die Umgestaltung der Gustav-Staude-Straße mit Stellplätzen und Baumpflanzungen, die Freiflächengestaltung am Hohen Ufer mit Aufforstung, neuen Wegeverbindungen und der Gestaltung des Aussichtspunktes, der städtebauliche Rückbau zur Waldstadt, die Qualifizierung zur Grünen Mitte mit Maßnahmen wie der Sanierung des Wasserspielbrunnens, Aufforstungen, dem Rückbau einzelner Straßenabschnitte und der Herstellung neuer Wegeverbindungen.
- Im Bereich Spielplätze und wohnortnahe Freiflächen wurden über die vergangenen Jahre hinweg nahezu alle Spielplätze neu gebaut oder grundhaft saniert. Seit 2017 wurden insbesondere der Ersatzneubau Hanauer Straße, die Anlage Zeitzer Straße mit Skaterbereich sowie die Erweiterung Querfurter Straße umgesetzt.
- Im Bereich der sozialen Infrastruktur wurden zahlreiche Einrichtungen im Stadtteil unterstützt bzw. erneuert. Hierzu zählen insbesondere: Die Sanierung und Förderung der Kiezkneipe SILVA, die Sanierung zahlreicher Kitas und Schulen einschließlich ihrer Freiflächen, die Erneuerung und Unterstützung von Sporthallen, Maßnahmen zugunsten des Hortes Bäumchen, Maßnahmen zugunsten des Kinderschutzbundes.
- Ergänzt wurden diese Maßnahmen durch begleitende Instrumente der Quartiersentwicklung, namentlich: die Etablierung eines Quartiersmanagements, ein Verfügungsfonds, eine Stadtteilzeitung, die Einbindung des Gebietes in die Förderkulisse „Sozialer Zusammenhalt“.
- Auch in den Bereichen Sport, Versorgung und Wohnungswirtschaft wurden wesentliche Impulse gesetzt. Dazu gehören: der Bau des Nachwuchsleistungszentrums des HFC einschließlich öffentlicher Bolzplätze, der Neubau eines Edeka-Marktes, die Sanierung des Kreuzer Hofes als Maßnahme der HWG, Maßnahmen zur Abzonung von Gebäuden in der Dresdner Straße.
- Im Bereich Kunst und Identität des Stadtteils wurden unter anderem das Holzbauersymposium „8 Türme“ sowie Kunstprojekte wie die Plastik „Wir lieben Fußball“, die Arbeit „Grabungsstädte“ und verschiedene Wandbilder gefördert bzw. umgesetzt.
- Für die jüngere Zeit und den aktuellen Stand sind darüber hinaus folgende konkret bezifferte Straßen- und Infrastrukturmaßnahmen hervorzuheben: Sanierung Fahrbahn Karlsruher Allee (2024): 65.720,30 Euro, Sanierung Fahrbahn Hildesheimer Straße (2024): 48.902,26 Euro, Sanierung der beiden Kreisverkehre Kaiserslauterer Allee (2020/2024): 395.665,33 Euro zzgl. 450.000,00 Euro, Sanierung Geh-/Radweg Karlsruher Allee (2026): 205.209,99 Euro, Neubau Geh-/Radweg Am Hohen Ufer (2025/2026): 337.432,00 Euro, Personenunterführung DB-Haltepunkt Silberhöhe (2025/2026): 1.595.700,00 Euro.
- Hinzu kommt, dass die Tunnelsanierung Silberhöhe/Südstadt derzeit läuft. Zudem befindet sich die Gestaltung des Platzes vor dem Gesundheitszentrum in Planung.
Fördergebiet Südstadt
Auch in der Südstadt ist in den vergangenen Jahren eine Vielzahl städtebaulicher, infrastruktureller und sozialer Maßnahmen umgesetzt worden. Das Gebiet ist Teil der Förderkulisse „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“. Derzeit wird ein Integriertes Handlungskonzept vorbereitet, das als Grundlage für weitere Fördermittelanträge dienen soll.
- Ein Schwerpunkt der Entwicklung lag in der Neuordnung und Reaktivierung von Brachflächen, insbesondere: Am Platz der Völkerfreundschaft, dessen Umbau in 2026 beschlossen wurde und noch ansteht, sowie die Rückbauflächen Murmansker Straße / Elsa-Brändström-Straße.
- Von besonderer städtebaulicher Bedeutung ist die Entwicklung des neuen Wohnquartiers „Kirschgarten“. Am östlichen Ende der Murmansker Straße wurde im Rahmen des Stadtumbaus ein 11-geschossiges Plattenbauensemble zurückgebaut. In den Jahren 2018 bis 2021 entstanden dort sechs fünfgeschossige Wohngebäude als Hausgruppen mit vorwiegend Holzfassaden. Es wurden knapp 100 Wohnungen geschaffen, und zwar zu jeweils etwa einem Drittel für Familien, Seniorinnen und Senioren, Paare.
- Das Quartier ist nach vorliegenden Angaben voll vermietet. Zusätzlich befindet sich im Eingangsbereich des Quartiers die Geschäftsstelle der WG Gesundbrunnen Halle eG, was die Verfestigung der Quartiersentwicklung zusätzlich unterstreicht.
- Im Bereich öffentlicher Raum und Grün wurden unter anderem umgesetzt bzw. vorbereitet: Die Aufwertung der öffentlichen Räume in den Quartierszentren, die Aufwertung von Parkanlagen und Grünzügen, insbesondere der gesamten Südpromenade, die Aufwertung von Spielplätzen, die Entwicklung extensiver Grünflächen südlich des Südstadtringes.
- Ein besonders gewichtiger Investitionsschwerpunkt liegt in der Verkehrsinfrastruktur. Hier ist vor allem das Stadtbahnprogramm zu nennen. Nach den vorliegenden Angaben wurden bereits realisiert: Veszpremer Straße: 30,4 Mio. Euro, Böllberger Weg und Südstadtring: 49,7 Mio. Euro.
- Damit beläuft sich das bislang umgesetzte Volumen im Stadtbahnprogramm auf insgesamt 80,1 Mio. Euro.
- Weitere Maßnahmen befinden sich in Planung: Elsa-Brändström-Straße: 43,0 Mio. Euro, Damaschkenstraße / Vogelweide: 43,0 Mio. Euro, Paul-Suhr-Straße: 24,7 Mio. Euro
- Das geplante Volumen dieser Maßnahmen beträgt damit insgesamt 110,7 Mio. Euro.
- Zusätzlich wurden im klassischen Straßenbau unter anderem folgende Maßnahmen benannt: Sanierung Guldenstraße (2025): 332.772,18 Euro, Sanierung Weißenfelser Straße / Industriestraße (2023): 47.161,64 Euro.
- Im Bereich Bildung und öffentliche Einrichtungen ist die Südstadt von erheblicher gesamtstädtischer Bedeutung. Genannt werden können insbesondere drei Bildungsstandorte: Bildungscampus Süd / Cluster Murmansker Straße mit Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte „Albert Klotz“, Landesbildungszentrum für Körperbehinderte, Kindergarten für körperbehinderte und entwicklungsverzögerte Kinder, Elisabethgymnasium, Sankt Franziskus-Grundschule, Sankt Mauritius-Sekundarschule der Edith-Stein-Stiftung.
- Cluster Südpromenade mit Marguerite Friedländer Gesamtschule, Grundschule Südstadt, neuem Aula-Neubau für die Gesamtschule, Südstadtgymnasium.
- Darüber hinaus ist der Verwaltungsstandort Fliederwegkaserne als wichtiger öffentlicher Standort im Stadtteil zu nennen.
- Auch im Bereich Nahversorgung sind Entwicklungen erfolgt bzw. vorgesehen: Im Nahversorgungszentrum Diesterwegstraße plant Edeka einen Neubau mit Drogeriemarkt. Im Nahversorgungszentrum Vogelweide wurde ein Edeka-Neubau errichtet.
Investitionen in Kindertagesstätten und soziale Infrastruktur
Zusätzlich zu den genannten städtebaulichen und infrastrukturellen Maßnahmen wurden im südlichen Stadtgebiet erhebliche Mittel in Kindertagesstätten und soziale Infrastruktur investiert.
- Hierzu wurden folgende Maßnahmen umgesetzt: Sanierung Kinderland: ca. 1,5 Mio. Euro, Sanierung Kunterbunt / Däumelinchen: ca. 0,5 Mio. Euro, Sanierung KlingKlang / Tierhäuschen: ca. 3,0 Mio. Euro, Neubau Theodor-Weber-Straße: ca. 7,0 Mio. Euro.
- Ergänzend dazu wird die Fassadensanierung KlingKlang / Tierhäuschen derzeit abgeschlossen wird. Weitere Investitionen in diesem Teilbereich stehen aktuell nicht an.