Fünf neue Anlaufstellen für Pflegeinnovationen im südlichen Sachsen-Anhalt

Prof. Dr. Patrick Jahn (links) und Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt bei der Eröffnung in Halle. Schwerpunkt hier: Assistive Technologien und Robotik in der Anwendung. Foto: UMH/Linda Rabisch.

Halle/UMH. Moderne Pflege-Technologien ausprobieren und mitentwickeln: Im südlichen Sachsen-Anhalt gibt es in Halle (Saale), Merseburg, Sangerhausen, Köthen und Zeitz dafür neue Anlaufstellen. Als Standorte der Innovationsregion für die digitale Transformation von Pflege und Gesundheitsversorgung (TPG) bieten sie allen Interessierten Zugang zu Forschungs- und Entwicklungsprojekten für die Pflege der Zukunft.

Digitalisierung und neue Technologien halten Einzug in die Pflege. Um ihre gesellschaftliche Akzeptanz zu stärken und die praktische Anwendbarkeit bereits während der Entwicklungsphase zu berücksichtigen, sind in den vergangenen Monaten im ehemaligen Mitteldeutschen Braunkohlerevier sogenannte Maker- und Education Labs (MEL) entstanden. Das erste öffnete bereits im November 2025 in Sangerhausen. Ab dem 12. März steht nun auch ein Lab in Merseburg für Interessierte offen, sodass die TPG nun mit fünf Standorten in der gesamten Region vertreten ist. „Mit den neuen Räumen sind wir nun direkt vor Ort für alle ansprechbar. Das ist wichtig, denn wir wollen gemeinsam Ideen weiterentwickeln und so die Innovationskraft des Reviers nutzen“, sagt Dr. Karsten Schwarz, Koordinator des Verbundprojekts.

Wer Ideen hat, konkrete Probleme im Alltag angehen oder gemeinsam mit anderen Tüftler:innen etwas entwickeln möchte, findet in den Labs sowohl personelle als auch technische Unterstützung. „Wir möchten Orte bieten, an denen man smarte Technik anfassen, anschauen und ausprobieren kann. Und das, ohne an einen Hersteller gebunden zu sein oder etwas kaufen zu müssen“, erklärt Dr. Anja Wolf, Koordinatorin der TPG-Innovationslabore. „Dafür wählen wir aus, was sich im Pflegealltag bewährt hat oder was ganz neu und vielversprechend auf dem Markt ist. In den Labs soll aber auch Neues entstehen. Dafür stehen 3D-Drucker und andere Werkzeuge zur Verfügung.“

Aktionswochen Strukturwandel

Zur Auftaktveranstaltung der Aktionswochen Strukturwandel präsentiert die TPG am 11. März im Burgenlandkreis von 10 bis 13 Uhr Anwendungen aus den Maker- und Education Labs. Unter dem Motto „Wandel regional spüren. Bilanz, Perspektiven und Handlungsfelder – Strukturwandel im Dialog” können alle Interessierten beim Markt der Möglichkeiten im Bürgerhaus Hohenmölsen mit den zahlreichen Projekten in Kontakt kommen, Fragen stellen und ihre Sorgen und Wünsche äußern. Neben Ministerpräsident Sven Schulze werden auch Vertreter:innen der beteiligten Ressorts vor Ort sein.

„Bei den Aktionswochen sind wir aus vollem Herzen dabei“, so Prof. Dr. Patrick Jahn, Versorgungsforscher an der Universitätsmedizin Halle und wissenschaftlicher Leiter der TPG. „Was wir in den nächsten Jahren hier erreichen wollen, ist eine Neuausrichtung des Reviers als die Region für Innovationen in Pflege und Gesundheitsversorgung. Das schafft nicht nur Arbeitsplätze in der Wissenschaft, sondern auch bei den beteiligten Unternehmen. Und wir gehen Herausforderungen an, die wir ganz konkret in der Versorgung haben und haben werden.“

Hintergrund
Die TPG wird an der Universitätsmedizin Halle koordiniert und durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen des Strukturstärkungsgesetzes gefördert. In den kommenden Jahren werden jährlich Forschungs- und Entwicklungsprojekte für die Pflege der Zukunft in den Landkreisen im südlichen Sachsen-Anhalts realisiert. Dafür stehen pro Jahr bis zu 20 Millionen Euro zur Verfügung. Die TPG arbeitet dabei mit starken regionalen Partnern zusammen. Dazu zählen die Strukturentwicklungs- und Wirtschaftsfördergesellschaft Burgenlandkreis (SEWIG) und das Mitteldeutsche Netzwerk für Gesundheit e.V., die die Innovationsregion von Anfang an unterstützen.