Halle/BPol. Am Sonntagabend, 25. Oktober 2026, informierte die DB Fernverkehrsleitung Leipzig um 21.18 Uhr die Bundespolizei über zwei herrenlose Rucksäcke in einem Intercity-Express auf der Fahrt von Basel nach Berlin. Der Zug erreichte kurz darauf den Hauptbahnhof Halle (Saale). Die Gepäckstücke befanden sich dabei in einem nicht öffentlich zugänglichen Dienstabteil. Da das Zugpersonal die Gepäckstücke keiner Person zuordnen konnte und der Inhalt nicht einsehbar war, wurden die Bundespolizisten zur Unterstützung herbeigerufen.
Daraufhin räumten die Einsatzkräfte den Express mit rund 900 Reisenden. Zudem wurde die Westseite des Hauptbahnhofs und die betroffenen Gleise gesperrt und zur Überprüfung der Rucksäcke der Entschärfungsdienst der Bundespolizei angefordert. Dieser untersuchte daraufhin die Taschen.
Dabei stellte sich heraus, dass sich darin lediglich Gegenstände des täglichen Bedarfs sowie Elektronikutensilien befanden. Eine Gefahr bestand nicht. Hinweise auf den Eigentümer ergaben sich zunächst nicht. Die Sperrmaßnahmen konnten um 00.35 Uhr aufgehoben werden.
Durch den Einsatz kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. 28 Züge verspäteten sich insgesamt um 520 Minuten, zwei Züge wurden umgeleitet und sechs Zugverbindungen fielen teilweise aus. Die Bundespolizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten sowie der Störung öffentlicher Betriebe eingeleitet.
Die Bundespolizei weist aufgrund des aktuellen Sachverhaltes wieder eindringlich darauf hin: Bitte achten Sie auf ihr Reisegepäck! Behalten Sie dieses ständig im Blick und führen Sie es immer bei sich. Neben einem möglichen Gepäckdiebstahl kann es, wie in dem aktuellen Fall, zu einem Polizeieinsatz unter finanzieller Regressnahme kommen. Außerdem haben derartige Vorfälle immer weitreichende Einschränkungen für andere Menschen zur Folge, die mit der angemessenen Sorgfalt der jeweiligen Besitzer zu vermeiden wären.