Bilanz der Kontrollwoche „Truck & Bus“ – Zahlreiche Verstöße und erhebliche Sicherheitsmängel festgestellt

Foto: ZVAD Sachsen-Anhalt.

Weißenfels/ZVAD. Im Rahmen der bundesweiten Kontrollaktion „Truck & Bus“ führten die Bediensteten des Zentralen Verkehrs- und Autobahndienstes (ZVAD) der Polizeiinspektion Halle (Saale) in der vergangenen Woche umfangreiche Kontrollen des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs auf den Autobahnen und Bundesstraßen des südlichen Sachsen-Anhalts durch. Ziel unserer polizeilichen Kontrollmaßnahmen war es, die Erhöhung der Verkehrssicherheit sowie die konsequente Ahndung von verkehrsrechtlichen Verstößen.

Insgesamt wurden 131 Fahrzeuge des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs kontrolliert. Von diesen mussten 57 Fahrzeuge beanstandet werden. Die Beamten des ZVAD stellten unter anderem technische Mängel an Bremsanlagen und Lenkeinrichtungen, defekte Beleuchtungseinrichtungen, erhebliche Mängel an der Bereifung sowie Schäden am Fahrgestell fest. Darüber hinaus wurden Verstöße gegen die Vorschriften zur Ladungssicherung, gegen die Sozialvorschriften im Straßenverkehr – insbesondere Lenk- und Ruhezeiten –, Fehler bei der Bedienung des Fahrtenschreibers sowie Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. In vier Fällen mussten die Beamten die Weiterfahrt aufgrund erheblicher Sicherheitsmängel untersagen.

Beispiele

Bereits am 04. Mai 2026 kontrollierten Einsatzkräfte auf dem Autohof Zorbau nahe der A9 einen polnischen Lastzug. Dabei wurde festgestellt, dass auf dem als Euro-6 zugelassenen Fahrzeug unzulässigerweise eine Euro-5-Software installiert war. Dadurch erlosch die EG-Typgenehmigung, zudem lag ein Verstoß gegen das Bundesfernstraßenmautgesetz vor. Die Weiterfahrt wurde untersagt und das Fahrzeug mittels Radkralle gesichert. Gegen den 33-jährigen ukrainischen Fahrer wurde eine Sicherheitsleistung von 1.000 Euro erhoben. Zusätzlich führt das BALM eine Mautnacherhebung durch. Dem verantwortlichen Unternehmen drohen Bußgelder im höheren fünfstelligen Bereich.

Ebenfalls am ersten Kontrolltag wurde auf der A38 ein ungarischer Sattelzug überprüft. Dabei stellten die Beamten erhebliche Geschwindigkeitsverstöße sowie massive Reifenschäden fest, weshalb die Weiterfahrt untersagt wurde. Nach Angaben der Fahrer war der Mangel dem Unternehmer bereits seit etwa einem Monat bekannt. Zudem sollen täglich vorgegebene Mindeststrecken mit Prämien verbunden gewesen sein. Gegen den Unternehmer wurde Anzeige erstattet.

Am 07. Mai 2026 kontrollierten Beamte auf der A9 nahe Bad Dürrenberg einen weiteren Sattelzug. Dabei wurde ein defektes Antiblockiersystem festgestellt. Aufgrund des erheblichen Sicherheitsmangels wurde dem 39-jährigen Fahrer die Weiterfahrt untersagt.

Neben den Kontrollen des gewerblichen Verkehrs ahndeten die Einsatzkräfte insgesamt 98 Ordnungswidrigkeiten im Privatverkehr, darunter technische Mängel, Überladungen und Verstöße gegen Überholverbote. Zudem wurden mehrere Straftaten festgestellt, unter anderem Fahren ohne Fahrerlaubnis, Urkundenfälschung und Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz. So wurde am 09. Mai 2026 auf der A9 ein Fahrer mit stillgelegtem und nicht versichertem Fahrzeug sowie ohne gültige Fahrerlaubnis kontrolliert.

Darüber hinaus stoppten Beamte am Folgetag auf der A38 einen 30-jährigen Autofahrer, der unter dem Einfluss von Amphetamin stand.

Im Rahmen der Kontrollwoche führten die Einsatzkräfte außerdem 24 Geschwindigkeitskontrollen durch. Von 14.258 gemessenen Fahrzeugen wurden 452 Verstöße festgestellt.

Die Polizei weist darauf hin, dass technische Mängel, Übermüdung, Zeitdruck sowie Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten erhebliche Gefahren für alle Verkehrsteilnehmer darstellen können.