Bilanz des Einsatzgeschehens des SEK im Jahr 2025 in Sachsen-Anhalt

Polizei Einsatz Waffe Spezialeinsatzkommando SEK
© H@llAnzeiger, Symbolbild

Magdeburg/MI. Das SEK der Landespolizei gehört den Spezialeinheiten des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt an und kommt zum Einsatz, wenn bewaffnete oder als besonders gefährlich eingeschätzte Täter agieren und eine Bewältigung der Lage mit normalen polizeilichen Einsatzmitteln nicht mehr möglich ist. Die Spezialeinheit steht für die schnelle, präzise und hochqualifizierte Bewältigung besonders dynamischer und lebensbedrohlicher Situationen. Ihr hohes Maß an Einsatzbereitschaft bewies das SEK im vergangenen Jahr bei insgesamt 100 Einsätzen (2024: 106).

Innenministerin Dr. Tamara Zieschang: „Die Spezialeinheit wird eingesetzt, wenn akute Bedrohungslagen bestehen, beispielsweise bei Geiselnahmen, Entführungen, eskalierenden Familienstreitigkeiten oder bewaffneten Auseinandersetzungen. Die Angehörigen des SEK begegnen diesen Extremsituationen mit höchster Professionalität, moderner Ausstattung und intensiver Fortbildung. Zugleich verkörpern unsere Spezialeinheiten hohe Verlässlichkeit, außergewöhnliche Einsatzkompetenz und verantwortungsvolles Handeln selbst unter größtem Druck. Allen Einsatzkräften danke ich für ihren Dienst und ihren unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit unseres Landes.“

2025 spiegelten die Einsätze des SEK ein breites und herausforderndes Spektrum an polizeilichen Lagen wider. Bedrohungslagen, Verstöße gegen das Waffengesetz, aber auch Ankündigungen von Suiziden waren im vergangenen Jahr Schwerpunkte der Arbeit der Spezialeinheit. Die Bilanz 2025 weist einen hohen Anteil an zeitkritischen und zugriffsorientierten Lagen aus. Von insgesamt 100 Einsätzen entfielen 46 Einsätze auf Ad-hoc-Lagen (Soforteinsätze). In 69 Fällen erfolgten unmittelbare Zugriffe. Das SEK wurde zu 27 Bedrohungslagen, 23 Einsatzlagen mit Waffenbezug und in fünf Fällen zu Suizidversuchen gerufen.

Einer dieser Soforteinsätze ereignete sich am 14. August 2025. Eine unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stehende, psychisch auffällige männliche Person in Dessau-Roßlau bedrohte seinen Mitbewohner mit einem Messer. In der Folge des daraufhin eingeleiteten Soforteinsatzes konnte das SEK den Tatverdächtigen vor Ort in seiner Wohnung überwältigen und festnehmen. Anschließend erfolgte eine Einweisung des Betroffenen in eine Fachklinik.

Nur wenige Tage später kamen die Spezialisten am 23. August 2025 in Magdeburg zum Einsatz. Nach mehrstündiger Verhandlung konnte ein Mann überwältigt werden, der seine ehemalige Lebensgefährtin und die gemeinsamen Kinder mit einem Hammer und einem Messer bedrohte. Zur Abwehr der gegenwärtigen Gefahr wurde ein Distanz-Elektro-Impulsgerät (DEIG) eingesetzt. Der Tatverdächte konnte damit überwältigt und festgenommen werden. Die Geschädigten konnten verletzungsfrei in Obhut genommen werden.

Außerhalb der Einsatzlagen bilden sich die Kollegen fort. Dazu gehören u. a. Trainings zur körperlichen Fitness sowie spezialisierte Einsatzübungen, um unbekannten Einsatzlagen effektiv begegnen zu können. Auch Unterstützungseinsätze gehören zu den Aufgaben des SEK. In zehn Fällen wurde das SEK von anderen Bundesländern angefordert und kam dort unmittelbar zum Einsatz.

 

Immer öfter werden auch sogenannte unbemannte Luftfahrtsysteme, kurz Drohnen, zum Einsatz gebracht. Diese werden hauptsächlich zur Einsatzsicherung und Aufklärung zur Anwendung gebracht und werden ebenso regelmäßig in die Einsatzübungen einbezogen.