Rund 1.900 Einsätze für Diensthunde der Landespolizei Sachsen-Anhalt

Polizei Diensthundeführer Halle
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Magdeburg/MI. Ob bei der Suche nach vermissten Personen, bei der Fahndung nach flüchtigen Tätern oder beim Aufspüren von Betäubungsmitteln und Sprengstoffen – die Diensthunde der Landespolizei sind wahre Alleskönner. Die Jahresbilanz des Diensthundwesens für das Jahr 2025 zeigt, wie vielseitig die Diensthunde mit ihrem außergewöhnlichen Spürsinn in der täglichen Polizeiarbeit eingesetzt werden. Im vergangenen Jahr waren die Diensthundführereinheiten bei rund 1.900 Einsätzen insgesamt knapp 7.700 Stunden im Einsatz. Die Landespolizei verfügt über 83 Diensthunde mit insgesamt 77 Diensthundführerinnen und Diensthundführern.

Innenministerin Dr. Tamara Zieschang: „Unsere Diensthunde sind eine unverzichtbare Unterstützung für die Landespolizei. Sie ergänzen ihre menschlichen Partner in den unterschiedlichsten Einsätzen. Mit neuen Hunderassen und Trainingsansätzen investiert die Landespolizei zielgerichtet in die Zukunft der spezialisierten Spürhundarbeit. Mein Dank gilt allen Diensthundführerinnen und -führern, die mit viel Engagement die jungen Hunde zu einem verlässlichen Einsatzpartner ausbilden.“

Die Fährtenspürhunde waren 2025 mit 1.118 Einsätzen am häufigsten im Einsatz. Auf den Geruchssinn der Rauschgiftspürhunde konnte die Polizei in 187 Einsätzen bauen, a-typische Personenspürhunde waren 66 Mal und Leichenspürhunde 14 Mal gefragt. Zudem wurden Brandmittelspürhunde 22 Mal, Schutzhunde 242 Mal und Datenträgerspürhunde 48 Mal eingesetzt. Sprengstoffspürhunde wurden in 229 Fällen herangezogen.

Innovative Ausbildungsansätze

Mit der inzwischen 17 Wochen alten Labradorhündin Gerda ist 2025 das jüngste Mitglied der Landespolizei in die Personensuche gestartet. Gerda wurde mit acht Wochen an ihre Ausbilderin übergeben. Seitdem entdeckt sie Tag für Tag spielerisch ihre Umwelt und legt die Grundlagen für eine besondere Aufgabe. Gerda wird gezielt zur Suche nach Personen ausgebildet. Dabei stehen bewusst neue, moderne und wissenschaftlich fundierte Trainingsansätze im Mittelpunkt. Unterstützt wird das Projekt durch den erfahrenen Deutschen Schäferhund Fritz, der bereits erfolgreich in der operativen Fährtenspürarbeit eingesetzt wurde.

Die English Springer Spaniel-Hündin Monte wird im April ein Jahr alt und blickt bereits auf eine bemerkenswerte Entwicklung zurück. Genau wie Gerda kam sie mit acht Wochen zu ihrem Diensthundführer und Ausbilder. Seitdem bewegt sich Monte täglich im Umfeld der Landespolizei und wächst in ihre Aufgabe hinein. Sie ist die erste Vertreterin ihrer Rasse in der Landespolizei und Teil eines zukunftsweisenden Projekts. Im Mittelpunkt steht die Weiterentwicklung der sogenannten Suche per Laser im Bereich der Sprengstoffspürhundarbeit. Ziel ist es, moderne technische Ansätze mit den außergewöhnlichen olfaktorischen Fähigkeiten von Diensthunden zu kombinieren und perspektivisch neue Ausbildungs- und Einsatzstandards zu etablieren. Monte steht exemplarisch für die Öffnung gegenüber neuen Rassen, neuen Methoden und neuen Wegen im modernen Diensthundwesen.

Hintergrund
Bei den Diensthunden handelt es sich größtenteils um deutsche bzw. belgische Schäferhunde, vorwiegend in der Varietät Malinois, aber auch Labrador, Weimaraner, Terrier-Mix, Australian Shephard, Deutsch Drahthaar, Englisch Springer Spaniel, Gebirgsschweißhund und Bracken-Mix. Somit wird die Landespolizei auch durch Hunde der Jagdgebrauchsrassen sowie Mischlingsgattungen aus Jagdgebrauchsgattungen verstärkt. Jedem Diensthund ist eine Diensthundführerin bzw. ein Diensthundführer zugeordnet.

Die Diensthundführerschule in Pretzsch ist das zentrale Ausbildungs- und Kompetenzzentrum für das Diensthundwesen in Sachsen-Anhalt. Hier werden Diensthunde für die Landespolizei angekauft, auf ihren Einsatz vorbereitet, ausgebildet und während ihrer gesamten Dienstzeit begleitet, weitergebildet sowie geprüft und zertifiziert. An der Schule sind neun Diensthundführerinnen und ‑führer als Ausbildende tätig.

Neben der Landespolizei Sachsen‑Anhalt bildet die Diensthundführerschule auch Diensthunde anderer Bundesländer aus, unter anderem aus Brandenburg und Thüringen. Zusätzlich unterstützt sie die Justiz in Sachsen‑Anhalt sowie in weiteren Bundesländern, derzeit insbesondere in Hessen, Schleswig‑Holstein und Thüringen. Auch international leistet die Diensthundführerschule im Auftrag des Bundeskriminalamtes polizeiliche Aufbauhilfe, unter anderem in Nigeria und Ghana.

Alle Diensthunde absolvieren eine Ausbildung in einem speziellen Einsatzbereich. Etwa ein Drittel von ihnen wird zusätzlich dual ausgebildet, das heißt, sie durchlaufen neben ihrer Spezialisierung auch die Schutzhundausbildung. Die Qualifikation als Schutzhund setzt den erfolgreichen Nachweis in den Bereichen Nasenarbeit, Gehorsam und Schutzdienst voraus.