Halle/StatLa. 479.000 Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhalter wohnten nach ersten Ergebnissen des Mikrozensus 2025 allein an ihrem Hauptwohnsitz. Das entsprach 23,0 % der Bevölkerung.
Deutlicher Anstieg der Alleinlebenden gegenüber 2005
Gegenüber 2005 stieg die Zahl der Alleinlebenden bis 2025 um 68.000 Personen an. Damit nahm nicht nur die Zahl der alleinlebenden Menschen zu (+16,6 %), sondern auch ihr Anteil an der Bevölkerung, der 2005 bei 16,8 % lag. Mit einem Anteil von 59,2 % waren deutlich mehr als die Hälfte der Alleinlebenden jünger als 65 Jahre. Lebten 2005 noch 242.000 Menschen in dieser Altersgruppe allein, waren es 2025 bereits 284.000 (+17,4 %). Ihr Anteil an der Bevölkerung dieser Altersgruppe stieg von 12,4 % auf 18,8 %. Zwar hat sich auch die Zahl der Alleinlebenden ab 65 Jahren (196.000) erhöht (+15,5 %), jedoch lag dies primär daran, dass im Zuge der allgemeinen Alterung der Gesellschaft in Sachsen-Anhalt mehr Menschen in dieser Altersgruppe lebten. Der Anteil der Alleinlebenden an allen Personen in diesem Alter blieb mit 34,0 % ähnlich hoch wie 2005 (33,5 %).
Das Alleinleben stellt keineswegs nur ein Phänomen des höheren Lebensalters dar, sondern betrifft Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen. Mit 34,9 % war der Anteil unter den 20 bis 29-Jährigen 2025 ähnlich hoch.
Alleinlebende mit Migrationshintergrund
10,5 % der Alleinlebenden hatten einen Migrationshintergrund. Insgesamt lebten Personen mit einem Migrationshintergrund jedoch etwas seltener allein, die Quote der Alleinlebenden unter ihnen lag bei 20,2 %. Gleichzeitig konzentrierte sich diese Gruppe überwiegend auf die Altersklasse von 20 bis unter 45 Jahren, die 61,5 % der Alleinlebenden mit Migrationshintergrund ausmachten. Damit waren alleinlebende Menschen mit Migrationshintergrund vergleichsweise jung. Insgesamt betrug ihr Durchschnittsalter 41,7 Jahre, während Alleinlebende ohne Migrationshintergrund im Mittel 59,2 Jahre alt waren
Jüngere Männer und ältere Frauen lebten allein
Frauen lebten insgesamt etwas häufiger allein als Männer (24,0 % gegenüber 22,1 %). Vor allem in den jüngeren Altersgruppen wohnten Männer häufiger allein: Bei den 20- bis 34-Jährigen traf dies auf 37,4 % der Männer und 24,6 % der Frauen zu, bei den 35- bis unter 60-Jährigen auf 26,7 % bzw. 15,4 %. Ab 70 Jahren kehrte sich das Bild um. Fast jede zweite Frau (48,9 %) lebte allein, bei den Männern waren es 21,5 %. Ursache ist unter anderem die höhere Lebenserwartung von Frauen. Entsprechend gab es deutlich mehr Witwen (103.000) als Witwer (26.000) ab 70 Jahren. Mehr als drei Viertel der Verwitweten lebten allein.
Alleinlebende im Landkreis seltener als in kreisfreier Stadt
In den kreisfreien Städten Sachsen-Anhalts lebten deutlich häufiger Menschen allein als in den Landkreisen. Die höchsten Anteile verzeichneten Dessau-Roßlau (32,4 %) sowie Magdeburg und Halle (Saale) (jeweils 30,4 %). Den niedrigsten Wert wies der Landkreis Börde mit 12,6 % auf. Im Altmarkkreis Salzwedel und in Mansfeld-Südharz lag der Anteil bei jeweils 18,6 %, in den übrigen Landkreisen überwiegend zwischen 20 % und 24 %.
Lebensformen im Wandel
2025 bestand jede sechste Lebensform (17,7 %) aus einer Familie mit minderjährigen Kindern – 2,0 Prozentpunkte weniger als 2005. Der Anteil der Familien mit erwachsenen Kindern sank im gleichen Zeitraum von 15,5 % auf 6,3 %.
2025 gab es rund 84.000 Alleinerziehende, gegenüber 90.000 im Jahr 2005. Trotz des Rückgangs stieg ihr Anteil an allen Familien von 23,3 % auf 31,2 %. Der Anteil der Paare ohne Kinder blieb mit 30,6 % nahezu unverändert. Die Zahl der Alleinstehenden nahm hingegen um 11,2 % auf 513 000 zu.