Magdeburg/STK. Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat den neuen Landesstraßenbauplan 2040 beschlossen. Er ersetzt den bisherigen Landesverkehrswegeplan Teil Straße aus dem Jahr 2004 und bildet künftig die strategische Grundlage für die Planung und Entwicklung des Landesstraßennetzes.
„Mit dem Landesstraßenbauplan 2040 denken wir Infrastruktur langfristig und schaffen eine zukunftsorientierte Grundlage für die bedarfsgerechte Weiterentwicklung unserer Verkehrsinfrastruktur. Der Schwerpunkt liegt klar auf dem Erhalt und der Modernisierung des vorhandenen Wegenetzes. Gleichzeitig müssen wir dort in Neu- und Ausbaumaßnahmen investieren, wo sie für mehr Verkehrssicherheit, eine bessere Erreichbarkeit und nicht zuletzt die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes erforderlich sind. So stärken wir die Mobilität der Menschen, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und die Lebensqualität in allen Regionen Sachsen-Anhalts“, erklärte die Ministerin für Infrastruktur und Digitales, Dr. Lydia Hüskens, heute in Magdeburg nach der Kabinettssitzung.
Nach den Worten der Ministerin ist das Landesstraßennetz mit einer Gesamtlänge von 4.084 Kilometern und 938 Ingenieurbauwerken zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge und ein enorm wichtiger Faktor für die Standortqualität Sachsen-Anhalts.
Der Plan umfasst fünf zentrale Schwerpunkte:
- Erhaltung von Landesstraßen
- Um- und Ausbau von Landesstraßen
- Erhaltung von Brücken und Bauwerken an Landesstraßen
- Neubau von Landesstraßen (mit einer detaillierten Maßnahmenliste)
- Radwegebau als integraler Bestandteil der Verkehrsinfrastruktur
Ziel ist es, den Gesamtzustand der Landesstraßen auf die Note 3,5 oder besser anzuheben.
Für den Neubau von Landesstraßen wurden insgesamt 38 Vorhaben untersucht und nach einheitlichen Kriterien bewertet. Im Ergebnis wurden zehn Projekte, für die ein hoher verkehrlicher Nutzen ermittelt wurde, dem sogenannten Vordringlichen Bedarf zugeordnet.
Diese zehn Vorhaben weisen ein Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) größer als 1,5 auf sowie eine prognostizierte Verkehrsbelastung von mehr als 2.000 Kfz am Tag.
Hinzu kommen drei Elbebrücken als Ersatz für die landesbedeutsamen Fähren bei Sandau, Pretzsch sowie Ferchland-Grieben. Sie sollen die regionale Erreichbarkeit stärken und insbesondere bei Hoch- oder Niedrigwasser zuverlässige Verkehrsverbindungen sichern.
Das alles koste natürlich viel Geld, betonte die Ministerin. „Investitionen in eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur sind vor allem aber Investitionen in die Zukunft unseres Landes. Menschen und Unternehmen siedeln sich seit jeher gern dort an, wo sie gute Verkehrswege vorfinden, mobil sein können, angebunden und nicht abgehängt sind. Auch wenn es lange dauern wird, bis die Straßen, Brücken und Radwege einmal fertig sind – es ist unbedingt notwendig, dass wir diese Verbindungen schaffen. Wir müssen diese Projekte jetzt strategisch angehen“, erklärte Lydia Hüskens abschließend. Der Landesstraßenbauplan 2040 schaffe dafür transparente und einheitliche Entscheidungsgrundlagen und sei zudem flexibel genug, um sich an veränderte Verkehrs- und Wirtschaftsbedingungen anzupassen.