Der moderne Bildgebungsroboter „Loop-X“ ist seit Mai 2026 in der Universitätsklinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Universitätsmedizin Halle im Einsatz. Das mobile Gerät kann während der Operation dreidimensionale Schnittbilder anfertigen, Instrumente navigieren und unterstützt die Planung. Patient:innen profitieren von optimierten Behandlungsergebnissen, einer geringeren Strahlenbelastung und einer kürzeren OP-Dauer. Die Klinik ist die erste ihrer Fachrichtung in Deutschland, die das innovative Gerät angeschafft hat.
„Insbesondere Rekonstruktionen des Mittelgesichts oder die Entfernung von schwer zugänglichen Tumoren lassen sich mithilfe des neuen Systems optimierter planen und schonender durchführen“, sagt Dr. Felix Tilsen, Leitender Oberarzt und Stellvertretender Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Universitätsmedizin Halle.
Das System Loop-X ist eine Kombination aus Bildgebungs-, Navigations- und Planungstool. Während der Operation erstellt es hochauflösende zwei- oder dreidimensionale Bilder, mithilfe derer die Chirurg:innen zum Beispiel Schrauben oder Implantate millimetergenau platzieren können. Das Operationsergebnis lässt sich noch im Operationssaal prüfen und bei Bedarf sofort korrigieren. Eine erneute OP ist dann nicht notwendig und die nicht durchgeführte Narkose birgt auch einen Nachhaltigkeitseffekt.
Außerdem entfallen spätere Untersuchungen, da diese bereits während der Operation durchgeführt werden können. Ein weiterer Vorteil: Das Gerät kann die betreffende Körperpartie exakt anfahren, sodass die Person weniger Strahlenbelastung ausgesetzt ist.
„Die intraoperative Bildgebung ist nicht neu, aber im Vergleich zu herkömmlichen Röntgenaufnahmen bietet das neue System eine viel bessere Übersicht und präzisere Informationen über die Anatomie des Patienten. Außerdem lassen sich auch präoperative MRT-Aufnahmen einlesen und mit den intraoperativen Bildern fusionieren“, erklärt Dr. Tilsen.
Virtuelle Planung für mehr Präzision
Auch in der Planungsphase vor der Operation wird das System eingesetzt. Für die exakte Planung des operativen Zugangsweges nutzen die Ärzt:innen zusätzlich Virtual-Reality-Brillen, um gemeinsam eine optimale Operationsstrategie festzulegen. Diese Daten können in die Navigationssoftware übertragen und später während der OP abgerufen werden. Gerade für Tumoren im Bereich der Schädelbasis stellt dieses Verfahren eine Steigerung der Präzision dar. Das Vorgehen spart Zeit und schont sowohl die Patient:innen als auch das OP-Team. Auch für die Assistenzärzt:innen und Studierenden ergibt sich in den virtuell unterstützten Planungskonferenzen und im OP-Saal durch die Visualisierungsmöglichkeiten ein hoher Lerneffekt.
„Mit dem neuen Bildgebungssystem optimieren wir unseren Workflow bei komplexen Eingriffen, verbessern die Patient:innensicherheit und setzen einen wichtigen Impuls für die Weiterentwicklung der Mund-, Kiefer- und Plastischen Gesichtschirurgie in Mitteldeutschland“, sagt Univ.-Prof. Dr. Dr. Frank Tavassol, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Universitätsmedizin Halle.