Bahnstrecke zwischen Halle (Saale) und Eichenberg wird umfassend modernisiert

DB
© H@llAnzeiger

Leipzig/DB. Für mehr Qualität und eine höhere Leistungsfähigkeit modernisiert die Deutsche Bahn (DB) seit Sommer 2024 bis Ende 2028 die stark befahrene Strecke Halle (Saale)–Kassel im rund 170 Kilometer langen Abschnitt zwischen Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt, Nordhausen in Nordthüringen und dem hessischen Eichenberg. Bund, Land Sachsen-Anhalt, Freistaat Thüringen und DB investieren rund 625 Millionen Euro in diese Regionale Korridorsanierung.

Im Fokus steht der Bau von 14 neuen Elektronischen Stellwerken (ESTW), die künftig die Züge auf der Strecke steuern. Die Bedienung erfolgt aus Röblingen am See in Sachsen-Anhalt und Nordhausen in Thüringen. Dadurch werden 33 alte sowie personalintensive mechanische und elektromechanische Stellwerke ersetzt. Außerdem müssen 44 Bahnübergänge angepasst bzw. modernisiert werden. In Sangerhausen und Röblingen am See entstehen 740 Meter lange Überholgleise für lange Güterzüge.

Damit Reisende in Lutherstadt Eisleben stufenfrei ein- und aussteigen können, baut die DB dort neue Bahnsteige mit einem taktilen Leitsystem für Blinde und Sehschwache. Ab Ende 2027 erreichen die Reisenden die Bahnsteige durch eine neue Personenunterführung und mit zwei Aufzügen. Damit verbessern sich die Bedingungen für mobilitätseingeschränkte Menschen, Reisende mit schwerem Gepäck oder Fahrrädern und Eltern mit Kinderwagen deutlich.

Uwe Sieber, als Projektleiter bei der DB InfraGO verantwortlich für die Regionale Korridorsanierung Halle (Saale)–Eichenberg: „Wir bringen unser Bestandsnetz auf Vordermann und modernisieren zwischen Halle und Kassel eine wichtige Ost-West-Achse unserer Infrastruktur. Die Stellwerkstechnik ist veraltet, störanfällig und erfordert einen hohen Personaleinsatz. Das soll sich ändern. Um unseren straffen Zeitplan zu halten, sind leider Streckensperrungen unvermeidlich.“

Der Schienenpersonennahverkehr auf dieser Strecke wird betrieben von der Abellio Rail Mitteldeutschland, deren Fahrgäste unmittelbar von den notwendigen Bauarbeiten betroffen sind. Ab 24. Juli wird der Streckenabschnitt von Halle (Saale) bis Berga-Kelbra und ab 28. August bis Nordhausen für den Zugverkehr gesperrt.

Ab 9. Oktober bis 12. Dezember 2026 fahren zwischen Halle (Saale) bis Leinefelde keine Züge. Es wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.