Streunerkatzen leiden: felidae Kleintierschutzverein fordert Katzenschutzverordnung für Halle

Katze Streuner
© H@llAnzeiger

Verpflichtende Kastration, Kennzeichnung und Registrierung von Freigängern gefordert 

Halle/felidae. Der felidae Kleintierschutzverein am Rosengarten e.V. hat im vergangenen Jahr rund 100 freilebende Katzen in Halle und Umgebung kastriert, medizinisch versorgt, gechippt und registriert. Ziel der jährlich durchgeführten Kastrationsaktionen ist es, das Leid verwilderter Hauskatzen nachhaltig einzudämmen.

Fördermittel reichen nicht aus

Unterstützt wird die Arbeit durch Fördermittel des Deutschen Tierschutzbundes sowie dessen Landesverband. Pro Verein stehen jährlich 5.000 Euro zur Verfügung. Vorgesehen sind 120 Euro für die Kastration einer weiblichen Katze und 60 Euro für die eines Katers. Die tatsächlichen Tierarztkosten liegen inzwischen bei etwa 170 Euro für eine Katze und 120 Euro für einen Kater. Die Differenz trägt der Verein aus Eigenmitteln und Spenden. Zusätzlich erhielt der Verein im vergangenen Jahr weitere 3.000 Euro Förderung vom Deutschen Tierschutzbund – auch diese Mittel wurden vollständig ausgeschöpft.

„Wir schöpfen sämtliche Fördermöglichkeiten aus, dennoch bleiben erhebliche Mehrkosten bei uns hängen“, so der Vorstand. Dramatische Zustände bei freilebenden Katzen Die gemeldeten Tiere befinden sich häufig in besorgniserregendem Zustand: Katzenschnupfen, Katzenseuche, massiver Parasitenbefall (Würmer, Giardien, Kokzidien), Zecken- und Flohbefall, Hautpilz, schwere Zahnerkrankungen sowie unbehandelte Verletzungen sind keine Seltenheit.

Viele Tiere sind ausgehungert, dehydriert oder leiden an chronischen Erkrankungen. Teilweise kommen Katzen mit schweren Augenerkrankungen, einige sind bereits erblindet.

Alle eingefangenen Tiere werden tierärztlich behandelt, kastriert, gechippt und registriert. Jungtiere werden – sofern möglich – aufgenommen und vermittelt. Die meisten erwachsenen Tiere sind jedoch nicht sozialisierbar und würden im Tierheim erheblich leiden.

Durch die Kastrationen wird verhindert, dass weitere Kitten geboren werden, die häufig an Futtermangel, Krankheiten, Hitze im Sommer oder Kälte im Winter sterben. Auch Muttertiere werden vor wiederholten, kräftezehrenden Trächtigkeiten geschützt. In besonders schweren Fällen konnte das Leiden einzelner Tiere nur noch durch Euthanasie beendet werden.

Fehlende Zuständigkeiten verschärfen das Problem

Immer wieder kommt es bei gemeldeten Katzengruppen zu Unklarheiten hinsichtlich der Zuständigkeit zwischen Kommune, Ordnungsamt, Veterinäramt oder Feuerwehr. Bürgerinnen und Bürger berichten dem Verein teils von Aussagen wie: „Dann füttern Sie eben nicht mehr, dann verschwinden sie von allein.“ – „Das löst kein Problem – es verschärft lediglich das Leid“, so der Verein.

Kostenübernahmen für tierärztliche Behandlungen müssten regelmäßig eingefordert werden und würden nur selten erfolgen. Der felidae Kleintierschutzverein geht davon aus, dass die Dunkelziffer freilebender Katzen deutlich höher liegt, als die gemeldeten Fälle.

Klare Forderung: Katzenschutzverordnung für Halle

Der Verein spricht sich daher klar für die Einführung einer kommunalen Katzenschutzverordnung aus, die eine verpflichtende Kastration, Kennzeichnung und Registrierung von Freigängerkatzen vorsieht. Zahlreiche Städte und Gemeinden in Deutschland haben entsprechende Regelungen bereits umgesetzt.

Social-Media-Aktion „Kastriere deinen Ex!“ sorgt für große Resonanz

Um die Mehrkosten stemmen zu können, startete der felidae Kleintierschutzverein am Rosengarten e.V. am Valentinstag die augenzwinkernde Social-Media-Aktion „Kastriere deinen Ex!“. Der entsprechende Instagram-Beitrag wurde bereits über 25.000 Mal geteilt. „So humorvoll die Aktion klingt – der Hintergrund ist ernst. Jede Kastration verhindert weiteres Leid“, betont der Verein.

Für 25 Euro Spende per PayPal oder Überweisung mit den Angaben: Kastration (Name der/des Ex) (E-eigene Mail) kastriert der Verein für den guten Zweck eine Streunerkatze.

Spenderinnen und Spender sind somit aktiv dabei, ungewolltes Katzenleid zu verhindern. Ein persönliches Zertifikat mit dem Namen des/der Ex und einem Katzenfoto gibt es als offiziellen Beweis, dass „er“ oder „sie“ jetzt keinen Nachwuchs mehr bekommt, zurück.

Spenden als Überweisung:
Felidae Kleintierschutzverein e.V.
IBAN: DE45 8009 3784 0003 0347 20
BIC: GENODEF1HAL
(Volksbank Halle (Saale) eG)

Spenden via Paypal:
paypal@felidae-halle.de

Die Aktion läuft bis zum 08.03.2026. Aber auch darüber hinaus ist der Verein dankbar für jede Spende!