Oberbürgermeister nimmt an Verlegung von neuen Stolpersteinen teil

Stolperstein
Symbolbild © H@llAnzeiger

Halle/PSt. Der Verein „Zeit-Geschichte(n)“ verlegt im Auftrag der Stadt Halle (Saale) am Donnerstag, 12. März 2026, um 9 Uhr, vor dem Wohnhaus Neumarktstraße 3 neue Stolpersteine.

Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt nimmt an der Verlegung, einschließlich der Montage einer Gedenktafel, teil. Vor dem Haus liegen bereits drei Stolpersteine für Familie Kessler. Inzwischen wurde ermittelt, dass die Sinti-Familie Kessler drei weitere Kinder hatte, die ebenfalls in Auschwitz ermordet wurden. Daher werden drei zusätzliche Stolpersteine für Berthold (1935), Maria (1936) und Rosa Kessler (*1939) verlegt.

Ein weiterer Stolperstein wird um 9.30 Uhr vor dem Haus Großen Märkerstraße 6 durch den Künstler Gunter Demnig montiert, der seit 1996 bundesweit Stolpersteine zur Erinnerung an Opfer in der Zeit des Nationalsozialismus verlegt. Die Beigeordnete für Kultur und Sport, Dr. Judith Marquardt, nimmt teil. In der Großen Märkerstraße 6 erinnern Steine an Otto, Frieda und Ellinor Avemarg. Aufgrund seiner Mitgliedschaft in der SPD und der Ehe mit einer Jüdin verlor Otto Avemarg 1933 seine Arbeit als Polizist und wurde auf verschiedene Weise bestraft und gegängelt. 1939 floh die Familie nach Belgien. Otto wurde mehrfach interniert, während der deutschen Besatzung Belgiens versorgte er durch seine Arbeit die Familie und sicherte so das Überleben seiner jüdischen Frau und seines Kind. Zudem versteckte er seine jüdische Schwägerin und Schwiegermutter und rettete damit ihr Leben. Eine Enkelin der Avemargs will aus Brüssel anreisen.