Magdeburg/MI. Im September 2026 wurden 160 Asylzugänge in Sachsen-Anhalt registriert. Das sind rund 39 Prozent weniger als im September 2025 (261) und rund 68 Prozent weniger als im September 2024 (497). Zuletzt gab es im Jahr 2011 im Monat September (124) so wenig Asylzugänge.
Die Asylzugänge liegen im III. Quartal eines Jahres üblicherweise über denen des II. Quartals. In diesem Jahr setzt sich dieser bisherige Trend jedoch das zweite Jahr in Folge nicht fort. Wie bereits im Jahr 2025 wurden auch im Jahr 2026 im III. Quartal weniger Zugänge als im II. Quartal registriert. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 gab es im III. Quartal 597 mehr Zugänge als im II. Quartal, im Jahr 2021 waren es 248, im Jahr 2022 waren es 502, im Jahr 2023 waren es 798 und im Jahr 2024 waren es 271 Zugänge mehr. In den Jahren 2025 und 2026 waren es indessen jeweils weniger Zugänge.
Innenministerin Dr. Tamara Zieschang: „Die Wende in der Migrationspolitik wirkt. Die Asylzugänge gehen auch weiterhin deutlich zurück. Migration wird wieder gesteuert, geordnet und begrenzt. Auch bei Rückführungen und vom Land veranlassten freiwilligen Ausreisen gilt es nicht nachzulassen. Ich begrüße die jüngsten Entscheidungen auf europäischer Ebene, die nunmehr Abschiebezentren in Drittstaaten ermöglichen. Damit wird eine weitere Option geschaffen, dass vollziehbar Ausreisepflichtige Deutschland wieder verlassen.“
Insgesamt kamen in diesem Jahr bislang 1.475 Asylsuchende nach Sachsen‑Anhalt (Stand 30.09.2026). Das ist ein Rückgang um rund 33 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 (2.199) und ein Rückgang um rund 62 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2024 (3.867).
Damit deutet sich auch weiterhin für das gesamte Jahr 2026 ein deutlicher Rückgang der Asylzugänge in Sachsen-Anhalt an. Hochgerechnet ergibt sich ein Trend von rund 1.950 Asylzugängen bis zum Ende des Jahres. Letztmalig gab es vor 15 Jahren im Jahr 2011 weniger als 2.000 Asylzugänge in Sachsen‑Anhalt.