Halle/LAV. Im Stadtgebiet Stendal und Umgebung gilt derzeit ein Sperrbezirk, weil bei Bienen die Amerikanische Faulbrut (AFB) ausgebrochen ist. Viele Bürgerinnen und Bürger fragen sich, ob sie den Honig von Imkern aus diesem Gebiet noch bedenkenlos essen können. Die klare Antwort: Ja. Für den Menschen ist dieser Honig ungefährlich.
Warum ist der Honig für Menschen unbedenklich?
Die Amerikanische Faulbrut wird durch das Bakterium Paenibacillus larvae ausgelöst. Dieser Erreger ist streng auf einen einzigen Wirt spezialisiert: die Larven der Honigbiene. Nur frisch geschlüpfte Bienenlarven können sich über ihr Futter anstecken.
Im Menschen oder in anderen Lebewesen kann sich das Bakterium nicht vermehren. Deshalb besteht keine Gefahr, sich durch den Verzehr von Honig mit AFB anzustecken – auch dann nicht, wenn der Honig Sporen des Erregers enthält. Aus diesem Grund wird Honig, der als Lebensmittel verkauft oder importiert wird, auch nicht standardmäßig auf AFB untersucht.
Vorsicht zum Schutz der Bienen
Für Honigbienen selbst birgt jeder Honig – unabhängig davon, wo er gekauft wurde – ein gewisses Risiko. Bienen finden offene Honiggläser, Honigbrötchen oder gut gemeinte Futterstellen mit Honig sehr attraktiv. Nehmen sie dabei AFB-Sporen auf und tragen diese in ihr Volk, kann ein Seuchenausbruch entstehen.
Tipp des Landesamtes für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt:
Honiggläser stets verschlossen halten und Bienen niemals mit Honig füttern.
Honig bewusst kaufen
Bienenfreunde beziehen Honig am besten von Imkern, die ihre Bienen bzw. deren Futter regelmäßig auf AFB untersuchen lassen. Sachsen-Anhalt betreibt hierfür seit 2013 ein Frühwarnsystem – das AFB-Monitoringprogramm. Teilnehmende Imker lassen Proben am Landesamt für Verbraucherschutz in Stendal untersuchen.
Wie kann Bienen geholfen werden?
Wer selbst keine Bienen hält, kann mit einer bienenfreundlichen Bepflanzung von Balkon oder Garten zur gesunden Ernährung heimischer Honigbienen beitragen – innerhalb und außerhalb des Sperrbezirks.