Magdeburg/HZA. 250 Beschäftigte in der Kurier-, Express-, und Paketdienstleisterbranche haben Zöllnerinnen und Zöllner in Sachsen-Anhalt überprüft. Das Hauptzollamt Magdeburg war dabei Teil einer am 06. Mai 2026 bundesweit durchgeführten Schwerpunktprüfung in der Kurier-, Express- und Paketbranche.
“Insgesamt 81 Kolleginnen und Kollegen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) sowie der Kontrolleinheit Verkehrswege waren an der Maßnahme beteiligt und haben dabei alle Tätigkeiten der Branche geprüft, wie beispielsweise das Sammeln, Transportieren und Umschlagen sowie die Zustellung von (Paket-)-Sendungen aller Art.” teilt der Pressesprecher des Hauptzollamts Magdeburg, André Schneevoigt, mit. “In 38 Fällen sind nun weitere Ermittlungen der FKS erforderlich. Allein in 17 Fällen stehen Verstöße gegen die Einhaltung der Zahlung des Mindestlohns im Raum.” so Schneevoigt weiter.
Überprüft wurden unter anderem Unternehmen in Magdeburg, Halle (Saale) und Teutschenthal sowie in Eisleben, Sangerhausen und im Südharz. In Wittenberg wurde auf einem Parkplatz an der Bundesstraße 2 eine Kontrollstelle in beide Fahrtrichtungen eingerichtet. Im nördlichen Sachsen-Anhalt wurden bei mobilen Kontrollen Beschäftigte von 21 Unternehmen geprüft. An die durchgeführten Prüfungen schließen sich nun umfangreiche Nachermittlungen an, indem die vor Ort erhobenen Daten der Arbeitnehmer mit der Lohn- und Finanzbuchhaltung der Unternehmen abgeglichen werden und weitere Geschäftsunterlagen geprüft werden.
Hintergrund
Seit dem 01. Januar 2026 gilt der allgemeine Mindestlohn von 13,90 Euro je Zeitstunde, weshalb der Schwerpunkt der Maßnahme auf der Überprüfung der Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns nach dem Mindestlohngesetz lag. Im Rahmen ihrer Prüfungen in der Kurier-, Express- und Paketbranche stellt die FKS immer wieder fest, dass Personal falsch oder nicht bei den Sozialversicherungsträgern angemeldet ist und Arbeitszeiten nicht oder nicht vollständig vergütet werden. So werden beispielsweise Überstunden sowie die Zeiten für die Beladung der Fahrzeuge oder die Fahrten zwischen den Paketzentren und dem ersten Zustellort nicht entlohnt. Ebenfalls zu beobachten ist der Einsatz von Subunternehmen, unter anderem mit dem Ziel Sozialversicherungsbeiträge vorzuenthalten bzw. zu veruntreuen und Steuern zu hinterziehen. Das eingesetzte Personal stammt oftmals aus EU-Mitgliedstaaten, zunehmend aber auch aus Drittstaaten.
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit der Zollverwaltung führt ganzjährig regelmäßig sowohl bundesweite als auch regionale Schwerpunktprüfungen mit einem erhöhten Personaleinsatz durch, um den besonderen präventiven Charakter einer hohen Anzahl an Prüfungen zu erhalten. Dies ist ein wichtiges Instrument zur Senkung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung.