Halle/BStUA. Das Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv Halle lädt zum 13. Tag der Archive am Samstag, 7. März 2026, von 10 bis 16 Uhr zu einer Präsentation über die Rekonstruktion zerrissener Stasi-Unterlagen sowie zu Geländeführungen und Ausstellungsbesichtigungen ein. Es wird über Ziele, Methoden und Struktur der DDR-Geheimpolizei informiert und die Arbeit des Stasi-Unterlagen-Archivs erläutert.
Ein Rundgang durch den Archiv- und Karteibereich ermöglicht es, sich auf die Spur der Geschichte der Stasi in Halle zu begeben. Hier verwahrt das Archiv über 7.000 laufende Meter Akten, Fotos, zahlreiche audio-visuelle Medien und über 2,5 Millionen Karteikarten. Die Unterlagen dokumentieren Überwachung und Repression, aber auch Geschichten von Opposition und Widerstand.
Zusätzlich zu diesem Bestand verwahrt die Außenstelle Halle rund 11.000 Papiersäcke aus verschiedenen Standorten des Stasi-Unterlagen-Archivs – darin Unterlagen, die die Stasi noch eilends zerriss, um sie so kurz vor der eigenen Auflösung auf diesem Weg der Nachnutzung zu entziehen. Wie die zerrissenen Unterlagen heute gesichert und zugänglich gemacht werden, beleuchtet eine Präsentation zur “Rekonstruktion von Stasi-Unterlagen” unter anderem am Beispiel der früheren Stasi-Kreisdienststelle Eisleben: Nach der erfolgreichen Rekonstruktion deren ebenfalls vorvernichteter Unterlagen konnten Archivmitarbeitende in Halle diesen Bestand erschließen und somit wieder nutzbar machen.
Führungen über das Stasi-Areal vermitteln darüber hinaus einen Eindruck von den örtlichen Gegebenheiten, unter denen die Stasi-Bezirksverwaltung in Halle arbeitete. Im offiziellen Stadtplan von Halle war das Gelände zu DDR-Zeiten nicht eingezeichnet. Dennoch gab es westlich des Gimritzer Dammes eine Stadt in der Stadt. Die Geländeführungen (Beginn: 10.30 Uhr, 13.30 Uhr und 14.30 Uhr) bieten die Möglichkeit, mehr über die Bau- und Nutzungsgeschichte des historischen Ortes zu erfahren und geben Auskunft darüber, wie die örtlichen Stasi-Mitarbeiter in der Mangelwirtschaft versorgt wurden, an der hauseigenen Bar feierten und einer permanenten Selbstüberwachung der Geheimpolizei unterlagen.
Die Dauerausstellung “Entschlüsselte Macht” informiert mit zahlreichen Exponaten und Tafeln über die Überwachungs-, Manipulations- und Verfolgungsmethoden in der SED-Diktatur. Ergänzend hierzu wird erstmals in Sachsen-Anhalt die Ausstellung “Alles Wissen Wollen” (herausgegeben vom Bundesarchiv) gezeigt. Sie ist das Resultat einer gleichnamigen Wanderausstellung, die anhand von 21 Objekten über Ideologie, Struktur und Methoden der Stasi informiert. In Plakatform wird die Ausstellung nun einem breiteren Publikum zugänglich. Sie bietet analog zur Originalausstellung die Möglichkeit, über QR-Codes einen vertiefenden Einblick zu einzelnen Dokumenten zu erhalten.
Mit Blick auf den anstehenden Internationalen Frauentag ist zudem die Ausstellung “Frauen im geteilten Deutschland” (herausgegeben von der Bundesstiftung Aufarbeitung) zu sehen. Sie zeigt auf 20 Plakaten Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Lebensrealitäten von Frauen in der Bundesrepublik und DDR während der 1970er und 1980er Jahre und setzt sich zugleich kritisch mit hierzu bestehenden Klischees und Zuschreibungen auseinander.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Akteneinsicht zu stellen. Hierfür ist ein gültiges Personaldokument erforderlich.
Der Eintritt ist frei.
Termin:
Samstag, 07. März 2026
10.00 – 16.00 Uhr
Ort:
Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv Halle
Blücherstraße 2
06122 Halle (Saale)