Halle/B’90. In der Sitzung des Kulturausschusses am 4. Februar 2026 wurde der Zustand des Gebäudes in der Kardinal-Albrecht-Straße, in dem sich eine Spielstätte der Freien Kulturszene befindet, thematisiert.
Im Mittelpunkt stand dabei das derzeit defekte Notstromaggregat. Dabei geht es keineswegs um eine nebensächliche technische Frage: Ein funktionsfähiges Notstromaggregat ist Bestandteil des Brandschutzkonzepts und Voraussetzung für die Betriebserlaubnis der Spielstätte. Nach Angaben der Verwaltung wird derzeit geprüft, ob eine Reparatur möglich und wirtschaftlich vertretbar ist. Erst wenn dies nicht der Fall sein sollte, käme die Anschaffung eines neuen Notstromaggregats in Betracht.
Für die Stadtratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN macht der aktuelle Zustand des Notstromaggregats den bestehenden Investitionsbedarf der Spielstätte deutlich, der über einzelne Anlagen oder Bauteile hinausgeht.
„Der aktuelle Defekt ist ein Anlass, den Zustand des Gebäudes des ehemaligen Thalia-Theaters insgesamt in den Blick zu nehmen“, erklärt Prof. Dr. Claudia Dalbert. „Es geht nicht darum, kurzfristig Symptome zu beheben, sondern darum, die Voraussetzungen für einen sicheren und verlässlichen Spielbetrieb langfristig zu sichern.“
Die Fraktion spricht sich dafür aus, den bestehenden Investitionsstau systematisch zu erfassen und auf dieser Grundlage eine mittelfristige Perspektive für die bauliche und technische Entwicklung des Hauses zu entwickeln. Ziel müsse es sein, die Spielstätte so auszustatten, dass eine stabile Nutzung für die kommenden Jahre gewährleistet ist. Dabei hält es die Fraktion für sinnvoll zu prüfen, ob das „Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität“ perspektivisch Möglichkeiten eröffnet, notwendige Investitionen an der Spielstätte zu unterstützen.
„Die Spielstätte ist ein zentraler Ort für die Freie Szene in Halle und trägt maßgeblich zur kulturellen Vielfalt der Stadt bei“, so Dalbert weiter. „Diese Bedeutung sollte sich auch in einer vorausschauenden Investitionsplanung widerspiegeln.“