Halle/UMH. Das Zentrum für Diagnostischen und Interventionellen Ultraschall der Universitätsmedizin Halle bündelt die Ultraschall-Expertise zahlreicher Fachrichtungen unter einem Dach. Das strahlenfreie und besonders ressourcenschonende bildgebende Verfahren kommt in der Medizin nahezu flächendeckend zum Einsatz und ermöglicht die frühzeitige Erkennung und Therapie vieler Erkrankungen.
„Unser Ziel ist es, die sonografische Diagnostik und die ultraschallgestützten Behandlungen an der Universitätsmedizin Halle weiter auszubauen um unseren Patient:innen eine hochpräzise, schmerzfreie und insbesondere strahlenfreie Bildgebung anbieten zu können. Hierfür versuchen wir auf kostenintensive, zeitaufwändige und zum Teil mit Strahlenbelastung einhergehende schnittbildgebende Verfahren dort zu verzichten, wo der Ultraschall eine gleichwertige oder bessere Alternative bietet“, sagt Dr. Valentin Blank, Leitender Oberarzt in der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin I und Leiter des Ultraschallzentrums der Universitätsmedizin Halle.
Fächerübergreifend, zertifiziert und optimal ausgestattet
Das von der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) zertifizierte Ultraschallzentrum zählt zu den größten interventionellen Ultraschallzentren in Deutschland und ist eine Kooperation aus den Universitätskliniken und Polikliniken für Innere Medizin I-IV, Altersmedizin, Radiologie sowie für Viszerale, Gefäß- und Endokrine Chirugie und der Zentralen Notaufnahme der Universitätsmedizin Halle. Innerhalb des Zentrums stehen fünf Untersuchungsräume mit modernster Gerätetechnik zur Verfügung. Fachärzt:innen, Ärzt:innen in Weiterbildung, Medizinische Fachangestellte und Pflegefachpersonen arbeiten hier in einem interdisziplinären Team, um die Patient:innen bestmöglich zu versorgen. Zudem widmet sich das Zentrum gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern der Weiterentwicklung neuer Verfahren.
Aus- und Weiterbildung im Fokus
Beim Ultraschall, fachsprachlich Sonografie, sendet ein Schallkopf Schallwellen in den Körper und empfängt die von Organen und vom Gewebe zurückgeworfenen Echos. Aus den reflektierten Schallwellen berechnet das Gerät in Echtzeit Bilder, mit denen Ärzt:innen Organe und Gefäße untersuchen können. Je nach medizinischer Fragestellung gibt es unterschiedliche Ultraschallverfahren, etwa die Echokardiografie für das Herz, den Doppler-Ultraschall zur Messung des Blutflusses oder spezielle Ultraschallsonden, die körpernah oder im Körper eingesetzt werden.
Ein Ultraschallbild richtig zu interpretieren, erfordert viel fachliche Kompetenz und Erfahrung. Deshalb legt das Team des Ultraschallzentrums, das auch als DEGUM-Ausbildungszentrum zertifiziert ist, großen Wert auf eine fundierte Aus- und kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeitenden. „Die Ausbildung im Bereich der Sonografie beginnt für die angehenden Ärzt:innen an der Universitätsmedizin Halle bereits im Medizinstudium und wird im Rahmen der Facharztweiterbildung weiter intensiviert. Im Rahmen der ärztlichen Weiterbildung bieten wir feste Rotationsstellen für Kolleg:innen aus der Radiologie sowie der Inneren Medizin und perspektivisch auch der Chirurgie an, um die Expertise am Klinikum auch fächerübergreifend weiter auszubauen“, sagt Dr. Blank, der als DEGUM-Kursleiter zudem Weiterbildungen für externe Fachkräfte anleitet. Außerdem können niedergelassene Ärzt:innen und Kolleg:innen aus anderen Krankenhäusern ihre sonografische Expertise durch Praktika an der Universitätsmedizin Halle erweitern.
Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen
Auch unter Nachhaltigkeitsaspekten gewinnt die Sonografie an Bedeutung. Ultraschalluntersuchungen kommen ohne ionisierende Strahlung aus, benötigen vergleichsweise wenig Energie und verursachen weder radioaktive Abfälle noch Kontrastmittelrückstände. Durch die zentrale Bündelung und bessere Auslastung der vorhandenen Ultraschallgeräte kann die Universitätsmedizin Halle zudem den Gerätebestand effizienter nutzen und Neuanschaffungen reduzieren.