Halle/PSt. An der Baustelle der neuen Grundschule Schimmelstraße müssen zwei Kastanien gefällt werden, für deren Erhalt die Stadt großen Aufwand betrieben hat. Nach einem Baumgutachten entspricht der aktuelle Zustand der beiden Bäume aber nicht mehr den Anforderungen an eine verkehrssichere und dauerhaft standfeste Entwicklung, insbesondere im Umfeld einer Schule sowie den angrenzenden öffentlichen Bereichen von Gehweg und Straße. Die Stadt plant deshalb die Fällung der beiden Bäume bis Ende Februar.
Bereits 2022 hatte im Zuge der Planung für den Schulneubau in der Schimmelstraße 6 ein Gutachten Schäden und Krankheiten der Bäume, deren geringe Lebenserwartung sowie Bedenken hinsichtlich einer weiteren Schwächung infolge der Arbeiten an der Baugrube dokumentiert. Am Erhalt der Kastanien wurde dennoch festgehalten.
Seit Beginn der Bauarbeiten wurden umfangreiche Schutzmaßnahmen ergriffen. Diese umfassen etwa die Absperrung der Flächen unter den Baumkronen mit Bauzäunen, um ein Befahren oder das Lagern von Baumaterialien zu verhindern. Innerhalb dieses sogenannten Kronentraufbereichs wurden Suchschachtungen durchgeführt, um die Wurzelverläufe zu erkunden und zu schützen. Größere Wurzeleingriffe, vor allem zur Herstellung der Zufahrt entlang der Kindertagesstätte, wurden nicht durchgeführt. Dafür wurde eigens der Eingangs- sowie der Zufahrtsbereich umgeplant. So wurde die Lage der Zufahrt weiter südlich in Richtung Kindertagesstätte verschoben, um den Wurzelbereich des südlichen Kastanienbaums nicht zu beeinträchtigen.
Mit Anlage der Außenbereiche der Schule im vergangenen Jahr hat die Stadt aufgrund von sichtbaren Schädigungen die beiden Kastanien erneut begutachten und bewerten lassen. Ergebnis: Der Zustand der geschwächten Bäume hat sich trotz der Schutzmaßnahmen verschlechtert: Die Wipfeldürre hat stark zugenommen und größere Bereiche der Kronen weisen bereits einen erhöhten Totholzanteil auf. Eine Sicherung und ein Erhalt der Bäume kann demnach nicht mehr gewährleistet werden.
Als Kompensationslösung plant die Stadt eine Neupflanzung großkroniger Klimabäume, deren Gründung mit einem Wurzelraum von jeweils mindestens 30 m³ Baumsubstrat erfolgt. Die Neupflanzung soll im Bereich der bisherigen Baumstandorte mit möglicher Unterpflanzung von Ziersträuchern erfolgen. Die Schließung der Fläche würde nicht mit Rasen, sondern könnte durch eine standortgerechte Staudenpflanzung einschließlich Mulch erfolgen, um ein klimatisch begünstigendes Milieu für die neuen Bäume herzustellen. Die geplanten Ersatzmaßnahmen werden in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt und geplant, um eine zukunftsfähige, emissionsangepasste und klimaresiliente Begrünung sicherzustellen, die über die reine Ersatzpflanzung hinausgeht.