Falsche Versprechen zur Wärmedämmung: Energieberatung der Verbraucherzentrale klärt auf

Dämmung
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Halle/VZSA. Rund um energetische Sanierungen von Gebäuden kursieren weiterhin falsche Annahmen und irreführende Werbeversprechen. Sie verunsichern Verbraucher und können zu teuren Fehlentscheidungen führen. Maria Nitzschke, Energieberaterin der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, zeigt, worauf bei wirksamen und sinnvoll geplanten Wärmedämmmaßnahmen zu achten ist.

Werbe-Mythos 1: „Dämmung spart stets 50 Prozent Energie“

Pauschale Einsparversprechen sind nicht seriös. Wie viel Energie durch Dämmmaßnahmen eingespart werden kann, hängt unter anderem von Bauweise, Zustand und Heizsystem des Gebäudes sowie vom Nutzerverhalten ab. Prozentangaben ohne Bezug auf ein konkretes Gebäude sind fachlich nicht belastbar. Die Einsparung kann jedoch vorab rechnerisch ermittelt werden.
Seriöse Einsparnachweise erfordern fachkundige Berechnungen oder Messungen. Allgemeingültige Prozentangaben ohne Bezug auf ein konkretes Gebäude sind daher irreführend.

Werbe-Mythos 2: „Beschichtung oder Anstrich ersetzen eine Wärmedämmung“

Eine nachträgliche wirksame Wärmedämmung setzt Baustoffe mit nachgewieser niedriger Wärmeleitfähigkeit und einer definierten Dämmdicke voraus. Typische Dämmstoffe bestehen zum Beispiel aus mineralischen oder organischen Fasern, mineralisch porösen Materialien oder geschäumten Kunststoffen, wobei sich die Materialien je nach Einsatzgebiet unterschiedlich gut eignen.

Dünne Beschichtungen, Fassadenanstriche oder lediglich Folien erfüllen diese Funktion nicht. Sie ersetzen weder eine fachgerecht ausgeführte Dämmung noch erzielen sie vergleichbare Energieeinsparungen. Gegenteilige Behauptungen, zum Beispiel von Herstellern, die solche Produkte als vollständigen Ersatz für eine Dämmung darstellen, sind fachlich falsch und unseriös.

Werbe-Mythos 3: „Förderung möglich“

Die finanzielle Förderung energetischer Sanierungen ist an klare Anforderungen geknüpft. Für an Bestandsgebäuden ausgeführte Wärmedämmungen wird bei der Dämmwirkung gefordert, einen bestimmten Grenzwert des Wärmeverlusts nicht zu überschreiten. Eine gute Wärmedämmung hält diese Anforderung ein.

Gefördert werden nachträgliche Wärmedämmungen unter anderem mit Zuschüssen und günstigen Darlehen durch die Programme der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sowie des Landes Sachsen-Anhalt.

Fazit
Energieexpertin Maria Nitzschke fasst zusammen, warum Verbraucher bei der energetischen Sanierung auf nachvollziehbare Grundlagen setzen sollten: „Wer energetisch sanieren möchte, sollte sich zuvor unabhängig beraten lassen. Das hilft, Fakten von Mythen zu unterscheiden und Maßnahmen sinnvoll auf das jeweilige Gebäude abzustimmen. Wer sich nur auf Werbeversprechen verlässt, riskiert viel Geld für sinnlose Maßnahmen auszugeben“.