Halle/SPD. Mit großer Sorge nimmt die SPD-Fraktion Stadt Halle (Saale) die Berichte über die Entscheidung des Betreibers des Heidebades zur Kenntnis, Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse den Zutritt zum Bad zu verwehren.
Dazu erklärte Dr. Silke Burkert, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion: „Schwimmbäder sind Orte der Begegnung und der gesellschaftlichen Teilhabe. Der Zugang zu öffentlichen Einrichtungen darf nicht pauschal von Sprachkenntnissen oder der Herkunft von Menschen abhängig gemacht werden. Eine solche Regelung sendet das falsche Signal und birgt die Gefahr, Menschen auszugrenzen, die ohnehin häufig vor besonderen Integrationshürden stehen.”
„Selbstverständlich müssen die Sicherheit der Badegäste und die Einhaltung von Regeln jederzeit gewährleistet sein. Wenn es Probleme bei der Verständigung gibt, müssen praktikable Lösungen gefunden werden – etwa mehrsprachige Informationen, Piktogramme oder zusätzliche Aufklärung. Pauschale Zutrittsverbote sind jedoch nicht der richtige Weg. Vor diesem Hintergrund unterstützen wir die von der Stadt Halle ergriffenen Maßnahmen und das Gesprächsangebot an den Betreiber”, so Katharina Kohl, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, weiter.
Dr. Burkert erklärte abschließend: „Eine offene und solidarische Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie Herausforderungen gemeinsam löst, statt einzelne Gruppen auszugrenzen. Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung müssen Kommunen Orte schaffen, an denen Integration und Zusammenhalt gelebt werden. Wir fordern die Verantwortlichen daher auf, die getroffene Entscheidung rückgängig zu machen und nach Lösungen zu suchen, die sowohl die Sicherheit im Badebetrieb als auch die Teilhabe aller Menschen gewährleisten.“
Hintergrund
Mathias Nobel, Betreiber des Heidebads, hat aus gegebenen Anlass eine Zugangs-Regelung aufgestellt, Bürgerinnen und Bürgern, die nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, den Zutritt zum Bad zu verwähren. Begründet wird die Entscheidung mit Sicherheitskriterien: Zur Einhaltung der Haus- und Baderegeln müsse gewährleistet sein, dass alle Badegäste die Anweisungen und Regeln verstehen. Mehrmals sei es jedoch aufgrund fehlender Sprachkenntnisse und daraus resultierendem “Fehlverhalten” zu gefährlichen und teils lebensbedrohlichen Situationen gekommen.